Everest-Touristengeschäft: der Sherpa und der Influencer

– Der Sherpa und der Influencer

Phurba Salaka Sherpa macht eine Ausbildung zum Bergführer, um Touristen wie Rebecca Louise zum Mount Everest zu begleiten, der für das perfekte Besteigungsfoto Zehntausende Dollar wert ist. Eine Reise zum Gipfel der Selbstvermarktung und zum Gipfel der Angst.

Nadine Regel de Thamo

Veröffentlicht: 31.07.2022, 17:48

Berg der Kontraste: Für Influencerin Rebecca Louise ist die Everest-Besteigung die Chance auf mehr Follower auf Instagram, für Phurba Salaka Sherpa die Hoffnung auf ein sorgenfreies Leben.

Foto: Privat

Ein kleines Haus in Thamo, Nepal, das Zimmer ist Küche, Schlafzimmer und Gebetsraum in einem. Hier, am Fuße des Everest, ist Phurba Salaka Sherpa aufgewachsen, heute lebt der 28-Jährige mit seiner Frau und seiner fast zweijährigen Tochter in dem Haus. Und mit ihrer Mutter, die stirnrunzelnd auf der Bank am Kamin sitzt, die Hände im Schoß. Unter ihrem rosa Schal ragt ein Draht hervor, der zu einem Hörgerät führt, dessen Funktion nicht ganz klar ist. Ihr schlechtes Gehör schränkt sie ein, schützt sie aber auch vor Dingen, die sie nicht wahrhaben will.

„Nächste Saison werde ich am Everest arbeiten“, sagt Phurba, während ihre Mutter gedankenverloren ins Feuer starrt. Er braucht Geld, viel Geld, um den Schuldenberg abzubezahlen, der durch den Wiederaufbau seines Elternhauses nach dem großen Erdbeben 2015 entstanden ist. Zuletzt hat er eine Küche mit Toaster, Wasserkocher und Herd aus zweiter Hand eingebaut Er hat viele Dinge versucht, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, aber nichts war genug. “Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als den Everest zu besteigen”, sagt Phurba, “obwohl meine Mutter mich gebeten hat, nicht zu gehen.”

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