Explosion vor Linkspartei-Büro in Oberhausen: Politiker spricht von “Anschlag”

Aktualisiert am 05.07.2022 um 15:24 Uhr

  • Eine Explosion in der Oberhausener Innenstadt hat am Dienstagabend das Büro der Linkspartei und mehrere Geschäfte schwer beschädigt.
  • Das Match ist eindeutig: Es war ein Angriff.
  • Die Polizei ermittelt noch in alle Richtungen, hat aber bereits die Staatssicherheit eingeschaltet.

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Die Trümmer liegen links vor dem Parteibüro, der Innenraum ist verwüstet: Bei einer Explosion in der Oberhausener Innenstadt wurden in der Nacht zum Dienstag mehrere Geschäfte erheblich beschädigt.

Die Detonation ereignete sich gegen 3.20 Uhr am Friedensplatz, sagte eine Sprecherin der Polizei Esen. Niemand wurde verletzt. Der Fraktionsvorsitzende der Linken in Oberhausen, Yusuf Karacelik, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das war ganz klar ein Angriff auf uns.“

Die Polizei findet Hinweise auf einen selbstgebauten Sprengsatz

Die Polizei verpflichtete sich zunächst nicht auf diese Weise. Essener Beamte hätten die Leitung der Ermittlungen übernommen, sagte die Sprecherin. Noch heute stehen zahlreiche Rettungsdienste zur Verfügung und das Gebäude ist gesichert. „Was die Explosion ausgelöst hat, ist noch unklar. Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Es ist klar, dass die Explosion in einem Gebäude stattgefunden hat. Ob Sprengstoff eine Rolle spielt, wird ebenfalls noch untersucht. Auch Sprengstoffexperten würden dann hinzugezogen.

Die Beamten fanden Hinweise auf einen selbstgebauten Sprengsatz. Die Ermittler sagten, ein sogenannter „unkonventioneller Spreng- und Brandsatz“ (USBV), gebaut unter anderem mit „Blitzsprengstoff“, wie er in Feuerwerkskörpern zu finden ist, könnte dafür verantwortlich sein.

Ein Akt politischer Motivation sei nicht auszuschließen, schrieb die Essener Polizei auf Twitter. Deshalb ist auch der Staatsschutz in die Ermittlungen eingebunden.

Neben dem Büro der Linkspartei am Friedensplatz 8 wurden auch ein Friseur und ein Reisebüro durch die Explosion schwer beschädigt. Die Fenster gingen zu Bruch, ein Teil der Innenausstattung wurde zerstört. „Der Sachschaden ist erheblich“, sagte die Polizeisprecherin. Es gibt keine Hinweise auf mögliche Autoren.

Janine Wissler: Drohbriefe in der Vergangenheit

Der Vorsitzende der NRW-Linken, Jules El-Khatib, forderte eine “vollständige Aufklärung” der Explosion. Linke Ämter seien erstmals nicht von den Anschlägen betroffen, sagte er der dpa. Die Landesregierung müsse auch gegen Neonazis durchgreifen, gegen Rechtsextremisten müssten offene Haftbefehle vollstreckt werden, sagte El-Khatib.

Sein Freund von der Oberhausener Partei, Karacelik, sagte, er habe keinen konkreten Verdacht, wer die Täter sein könnten. In der Vergangenheit gab es immer wieder Drohbriefe, die sieht man aber nicht im direkten Zusammenhang. Karacelik machte Stadt und Gesellschaft für die allgemein heiße Stimmung verantwortlich.

Auch Linken-Bundespräsidentin Janine Wissler äußerte sich am Dienstag zu dem Vorfall: „Das ist eine ganz neue Dimension der Angriffe auf unsere Büros. Hier sind Menschenleben in Gefahr“, schrieb Wissler in einer Presseerklärung. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. „Wir müssen von einem rechten Anschlag ausgehen. Früher hatte die rechte Szene das Büro im Visier, Neonazi-Aufkleber und Drohbriefe“, sagte Wissler. (dpa/fab)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Twitter-Account der Polizei NRW E
  • die-linke.de: Angriff auf die LINKE-Geschäftsstelle in Oberhausen

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