Explosionen auf der Halbinsel Krim fordern Menschenleben

9.08.2022 18:50 (Akt. 9.08.2022 20:49)

Videos zeigten große Rauchwolken nach den Explosionen auf der Krim. ©REUTERS/Stringer

Laut lokalen und Moskauer Quellen ist ein Munitionsdepot auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim explodiert.

Am Dienstag zeigten in sozialen Medien kursierende Videos Explosionen und große Rauchwolken in der Nähe von Badestränden. Sie sollen im Dorf Nowofyodorovka, unweit der Kurstadt Jewpatorija, aufgenommen worden sein. Eine Person sei getötet worden, sagte der Chef der Krim, Sergej Aksjonow, nach Angaben russischer Behörden.

Ein Toter nach Explosionen auf der Krim in der Ukraine

Sieben weitere Menschen, darunter zwei Kinder, wurden nach Angaben lokaler Quellen verletzt. Touristen flohen aus der Gegend. Aksyonov sagte, ein Bereich im Umkreis von fünf Kilometern um die Basis sei abgesperrt worden. Das Feuer konnte am Abend unter Kontrolle gebracht werden. Zur Ursache der Explosion äußerte er sich nicht.

Beobachter gingen von einem Sabotageakt aus, weil ukrainische Truppen auf dem Festland mehr als 200 Kilometer entfernt sind. Nach früheren Berichten verfügt das ukrainische Militär über keine Raketen dieser Reichweite.

Vermute ersten Sabotageakt

Eine Quelle des russischen Verteidigungsministeriums nannte als wahrscheinlichste Ursache einen Verstoß gegen die Brandschutzvorschriften auf der Saki-Basis. “Es gibt keine Hinweise, Beweise oder Tatsachen, dass die Munition absichtlich zur Detonation gebracht wurde.” Das Flugzeug wurde den Angaben zufolge nicht beschädigt.

Das ukrainische Verteidigungsministerium sagte, es könne nicht sagen, was die Explosionen verursacht habe. Es besteht jedoch die Gefahr, dass Russland Beweise für einen mutmaßlichen Angriff der Ukraine fälschen könnte. Der 9. August ist der Internationale Tag der indigenen Völker, schrieb die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Vereshchuk, auf Telegram. In der Ukraine gehörten dazu die Krimtataren, die Karaim und die Krim-Chaks. “Die heutigen Explosionen in Nowofyodorovka sind ein weiterer Beweis dafür, wem die Krim gehört.”

Der ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podoliak twitterte: „Das ist erst der Anfang.“ Die Krim hat eine Zukunft als Reiseparadies ohne russische Besatzung.

2014 von Russland annektierte Krim

Russland hat die Krim 2014 annektiert. Im Zuge des Ende Februar begonnenen Angriffskriegs hat Moskau wiederholt die Anerkennung der Krim als russisches Territorium gefordert, was Kiew kategorisch abgelehnt hat. Auch international gilt die Halbinsel mit ihren mehr als zwei Millionen Einwohnern weiterhin als ukrainisches Territorium.

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