Fachkräftemangel: Ermittler fordern Einwanderungsoffensive

Arbeitsmarktökonomie

Fachkräftelücke größer denn je: Forscher fordern Einwanderungsoffensive

Stand: 16:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht

Welche: Getty Images

Der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften wird zu einer Bedrohung für die heimische Wirtschaft und unseren Wohlstand. Vor allem im Bereich MINT und im Handwerk herrscht Fachkräftemangel. Zuwanderung soll Abhilfe schaffen und die Berufsbildung verbessern.

Wenn Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) mit seinen G-7-Amtskollegen in Wolfsburg zusammentrifft, geht es vor allem um drei Themen: Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit, Arbeitsplatzsicherheit und Stärkung des Sozialstaats.

„Der Schutz der Mitarbeiter bei der notwendigen Gestaltung des ökologischen und digitalen Wandels steht für mich ganz oben auf der Agenda unserer G-7-Präsidentschaft“, sagte Heil, der Minister aus Frankreich, Kanada, Großbritannien und Italien vertritt. , Japan und den USA in die deutsche Industriestadt geladen hat.

Ganz unten auf der Agenda stehen Themen, bei denen Deutschland im G-7-Vergleich ziemlich schlecht dasteht: der wachsende Fachkräftemangel und die rückläufige Berufsausbildung. Mehrere neue Studien zeigen die dramatischen Probleme der Bundesrepublik.

Quelle: WELT Infografik

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat laut einer Erhebung der staatlichen Förderbank KfW und des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung einen neuen Höchststand erreicht. Laut KfW-Fachkräftebarometer fühlen sich inzwischen 44 Prozent der deutschen Unternehmen ins Stocken geraten, weil sie keine Fachkräfte haben. Gleichzeitig erreichte die Zahl der offenen Stellen mit über 850.000 ein neues Rekordhoch.

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Besonders groß ist die Lücke in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen, wie das „MINT-Frühjahrsgutachten“ zeigt. Die MINT-Qualifikationslücke erreichte im April mit 320.600 fehlenden Arbeitskräften ebenfalls einen neuen Negativrekord.

Der Bericht wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und von MINT Zukunft erstellt. Im April 2021 war der Abstand mit 159.800 halb so hoch.

Quelle: WELT Infografik

„Ohne die Zuwanderungserfolge von MINT in den vergangenen Jahren würden in Deutschland heute rund 312.000 zusätzliche Arbeitskräfte fehlen, die Lücke betrüge mehr als 600.000“, sagt Alex Plünecke, Leiter der Kompetenz Bildung, Zuwanderung und Innovation des IW Köln.

Der Abstand wird durch den demografischen Wandel größer, vor allem aber, weil die Studierendenzahlen seit Jahren steigen und die Studierendenzahlen bestenfalls stagnieren. Der Berufsbildungsbericht der Bundesregierung zeigt, dass die Zahl der gerade abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2021 nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr leicht um 1,2 Prozent auf 473.100 gestiegen ist.

Allerdings bleibt der Wert in der Krone deutlich unter dem bisherigen Niveau (minus 9,9 Prozent gegenüber 2019). Berufe im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen sind rückläufig. Diese Entwicklung ist nicht nur ein gutes Omen für die Zukunft der Sozialsysteme. Auch laufende Ampelprojekte drohen zu scheitern.

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„Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass alle Projekte, etwa im Klimaschutz und Wohnungsbau, ins Leere laufen, wenn die Politik nicht jetzt die Berufsausbildung stärkt“, sagte Hans Peter Wollseifer, Leiter des Deutschen Zentralhandwerks Verband (ZDH), bei “Foto” am Montag. Es sollten mehr junge Menschen für eine Ausbildung rekrutiert und diese auch der akademischen Ausbildung gleichgestellt werden.

Um Projekte wie den Bau von jährlich 400.000 Wohnungen oder einen 80-prozentigen Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung bis 2030 umzusetzen, bräuchten Unternehmen deutlich mehr qualifizierte Handwerker, so Wollseifer weiter. Schon vor der Pandemie gab es laut Wollseifer 250.000 offene Stellen im Handwerk. Viele Mitarbeiter würden auch in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, sodass die Schere wieder zu gehen droht.

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Verringerte Bautätigkeit

Notwendig ist laut IW und KfW vor allem mehr Zuwanderung von Fachkräften. Die Energie- und Verkehrswende, die Digitalisierung und die Stärkung des Gesundheitswesens: All dies, so der Bericht, könne den Forschern zufolge nur bewältigt werden, wenn mehr Fachkräfte übrig bleiben und nicht nur Absolventen.

Die Autoren der Studie empfehlen, die Strategie zur Fachkräftesicherung zu „verbessern“. Dazu gehört auch eine neue Öffnung des Arbeitsmarktes für Nicht-Akademiker im Ausland.

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