Neue Bilder aus dem Weltall zeigen, wie schlimm die Hitzewelle mittlerweile in Österreich ist. Die ersten Seen des Landes trocknen vollständig aus.
Zwei Sperrmaximen namens Jürgen und Lebrecht halten Österreich seit Wochen in der Hitze. Laut Ubimet-Wetterexperte Michele Salmi führte auch „ein stationäres Tief in der Nähe von Portugal“ zu der großen und vor allem sehr lang anhaltenden Hitze von Nordafrika in Richtung Mitteleuropa. „Die heutige Hitze haben wir Daniela von der Nordsee zu verdanken. Denn bei der Vorbereitung ihrer Kaltfront wird die sehr warme Luft aus Spanien zeitweise noch einmal in den Alpenraum geleitet“, sagt der Meteorologe.
Milliarden Liter Wasser gehen verloren
Bilder aus dem All zeigen ebenso beeindruckend wie schockierend, was die Hitze hierzulande anrichtet. Wie das Sentinel-2-Satellitenpaar dokumentiert, ist der Burgenländische Zicksee innerhalb weniger Wochen fast vollständig ausgetrocknet. Aufnahmen von Anfang Juni 2022 zeigen den See voller Wasser, aber am 24. Juli ist das gesamte Seebett in einer Sandwüste zu sehen. Helfer vor Ort kämpfen seit Tagen darum, die im See lebenden Fische in tiefere Tümpel zu verlegen, doch nun droht ein Massensterben.
Keine Wassertropfen mehr: Helfer versuchen, zumindest einige Fische aus dem Zicksee zu retten. ALEX HALADA / AFP / picturedesk.com
„Außerdem haben die Hitze und die anhaltende Trockenheit sogar im Salzkammergut zu Waldbränden geführt“, sagte der Meteorologe. “Das Waldbrandrisiko bleibt heute hoch oder sehr hoch und nimmt erst über Nacht ab, wenn eine Kaltfront eintrifft.” Auch im Neusiedlersee gibt es einen Wasseralarm. In nur sechs Wochen ist der Wasserstand um etwa 20 Zentimeter auf ein Allzeittief gesunken. „Dadurch hat der See 60 Milliarden Liter Wasser verloren“, berichtete ORF-Meteorologe Daniel Schrott kürzlich.
Der Pegel des Neusiedler Sees im Burgenland hat aufgrund der anhaltenden Dürre einen historischen Tiefstand erreicht. Weingartner-Photo / picturedesk.com
Aber die Verbesserung ist kaum sichtbar. Obwohl in den kommenden Tagen einige heftige Stürme mit teils heftigen Regenfällen über das Land fegen werden, bringen sie weder wirkliche Abkühlung noch Erleichterung von der schweren Dürre. Bis dahin wird es noch einmal sehr heiß. Das Sommerwetter hält am Montag an, vor allem abseits der Alpen scheint die Sonne von morgens bis abends. Das sorgt im Osten für Temperaturen von bis zu 36 oder 37 Grad. Erst am Abend ziehen einzelne Hitzestürme nieder, die eventuell Hagel im Gepäck haben.
Nav-Compte rfi Time25.07.2022, 12:04| Veranstaltung: 25.07.2022, 16:13