Frankreich: Macron will neu durchstarten

Die Nationalhymne ertönt, die meisten Fernseher blenden in den Elysée-Palast ein. Es ist 20 Uhr in Frankreich und der Präsident wendet sich in einer feierlichen Rede an seine Landsleute. Das Ritual wirkt so monarchisch wie eh und je, doch die Botschaft von Emmanuel Macron ist völlig neu. „Wir müssen gemeinsam lernen, anders zu regieren und andere Gesetze zu erlassen“, sagt er. Es ist das erste Mal, dass sich der Präsident an die Franzosen wendet, seit er bei den Parlamentswahlen am Sonntag die absolute Mehrheit verloren hat.

Die Wähler wurden ins Gesicht geschlagen. Der Präsident, der die Rolle des republikanischen Monarchen liebte, will neu anfangen. „Wir müssen durch Dialog, Zuhören und Respekt neue Verpflichtungen eingehen“, sagt er. Er hat es nach der Gelbwesten-Krise im öffentlichen Dialog versprochen, dann aber schnell wieder vergessen.

Macron erwähnt die extreme Rechte nicht

Am Mittwochabend richtete Macron den Blick nach Europa, “auf andere westliche Demokratien”, wo schon lange keine Partei mehr allein Gesetze erlassen könne. Listet Deutschland und Italien auf. Es adressiert einen Koalitionsvertrag oder Mehrheitswechsel. „Es wird möglich sein, eine große Mehrheit zum Handeln zu finden“, sagte er. Sie möchten eine dauerhafte Sperre vermeiden. “Unser Land braucht ambitionierte Reformen.” Mehrausgaben für Gesundheit und Klimaschutz sowie Notmaßnahmen angesichts der hohen Inflation seien nicht mit mehr Schulden oder mehr Steuern zu finanzieren, warnt er. Macron hofft, dass die verschiedenen Fraktionen in der Nationalversammlung “in voller Transparenz” offenlegen, “wie weit sie zu gehen bereit sind”.

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Die Wirtschaft ruiniert nicht unbedingt den Verlust der parlamentarischen Mehrheit von Macron.

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Aus den Gesprächen mit den Vorsitzenden der wichtigsten Fraktionen habe er den Eindruck gewonnen, dass eine Zusammenarbeit möglich sei. Macron erwähnt die extreme Rechte nicht. Außerdem empfing er Marine Le Pen zu einem Interview im Elysée-Palast. Mehrere prominente Stimmen im Lager des Präsidenten, darunter Justizminister Eric Dupont-Moretti, hatten sich geweigert, eine Zusammenarbeit mit dem rechtsextremen Rassemblement National (RN) auszuschließen. Europaminister Clement Beaune widersetzte sich entschieden: “Wir werden kein Abkommen mit der Nationalversammlung schließen.”


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