Energie sparen
Gazprom verlangsamt die Lieferung über Nord Stream 1 weiter
Beginn: 17:52 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Offenbar plant Russland, seine Gasversorgung weiter zu reduzieren
Russlands Gasversorgung muss weiter gestrafft werden. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. WELT-Journalist Christoph Wanner vermutet dahinter eine politische Motivation. Es könnte die direkte Reaktion Russlands auf die Reise von Bundeskanzler Scholz nach Kiew sein.
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Russland unterbricht weitere Gaslieferungen durch die erste Nord Stream-Gaspipeline. Ab Donnerstagmorgen werden täglich nur noch maximal 67 Millionen Kubikmeter durch die Pipeline gepumpt, teilte Gazprom mit. Wirtschaftsminister Robert Habeck befürchtet, dass die Gaskürzungen fortgesetzt werden.
Der russische Energiekonzern Gazprom reduziert erneut die maximalen Mengen für die Gaslieferung durch die Gaspipeline Nord Stream 1 von der Ostsee nach Deutschland. Ab Donnerstagmorgen würden täglich nur noch maximal 67 Millionen Kubikmeter durch die Pipeline gepumpt, teilte Gazprom am Mittwochnachmittag mit. Auch diesen Schritt begründete der russische Staatskonzern mit Verzögerungen bei Siemens-Reparaturarbeiten. Also musste er eine weitere Gaskompressionsanlage schließen, sagte er. Der Großhandelspreis für Gas stieg deutlich an.
Gazprom hatte bereits am Dienstag angekündigt, die maximale Liefermenge um 40 Prozent auf zunächst 100 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag zu reduzieren. Das entspricht etwa 60 Prozent der bisher geplanten Tagesmenge von 167 Millionen Kubikmetern Gas.
Wenig später wies die Bundesnetzagentur die Aussagen von Gazprom zurück, dass Verzögerungen bei der Reparatur einer Gasverdichteranlage der Grund für die Reduzierung der Gasliefermengen seien. Siemens hatte die Überholung der Gasturbine bestätigt. Aufgrund der von Kanada verhängten Sanktionen kann sie derzeit nicht aus Montreal zurückgebracht werden.
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Für Deutschland ist Nord Stream 1 die wichtigste russische Gasversorgungsleitung. Die durch Polen verlaufende Strecke Jamal-Europa war zuvor nicht verfüllt worden. Der russische Gastransit durch die Ukraine wird ebenfalls reduziert. Die Energiepreise sind unter anderem aufgrund früherer Restriktionen gestiegen, weil generell weniger Gas aus Russland nach Europa fließt.
Habeck befürchtet weitere Gaskürzungen
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Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck befürchtet weitere Gaskürzungen Russlands. „Es ist noch nicht vorbei“, sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch in Berlin. “Vielleicht fängt es gerade erst an.” Die Begründung der russischen Seite sei einfach dargestellt, fuhr er fort. “Offensichtlich ist es die Strategie, die Preise zu verunsichern und zu erhöhen.”
Die fehlenden Mengen könnten derzeit am Markt erworben werden, wenn auch zu hohen Preisen. „Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Aber wir schauen sehr genau hin und sind in engem Austausch mit relevanten Akteuren zu Krisenstrukturen“, sagte Habeck. „Energiesparen ist das Gebot der Stunde.“ .
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Eine Habeck-Sprecherin sagte zuvor, dass nach dem Wechsel zu Nord Stream die Bemühungen zur Befüllung von Gasspeichern in Deutschland nicht nachlassen würden. Die Gasspeicherfüllstände liegen derzeit bei rund 56 Prozent, so die Sprecherin. Ab heute wird weiter gespeichert. Natürlich muss die Situation genau beobachtet werden.
Deutschlands Energieversorgung ist derzeit gesichert, wie der Parlamentarische Staatssekretär für Wirtschaft Michael Kellner (Grüne) am Mittwoch im Fernsehen RTL/ntv berichtete. Noch drohen keine Engpässe, aber der Gasvorrat könnte im nächsten Winter erschöpft sein.
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Nach der Ankündigung einer weiteren Kürzung ist der Großhandelspreis für Gas am Mittwoch stark gestiegen. Am Mittwochnachmittag (15.34 Uhr) kostete das an die niederländische Handelsplattform TTF zu liefernde Erdgas 108,60 Euro pro Megawattstunde nach 97 Euro am Vortag. Am Montag lag der Kurs bei 83,4 Euro, am Mittwoch vor einer Woche bei 79,4 Euro. Der Preis schwankt stark. Am 7. März waren es 206,90 Euro. Vor einem Jahr, am 15. Juni 2021, kostete eine Megawattstunde Erdgas im Juli 18,90 Euro.
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