Zum zweiten Mal wurde ein Film des Schweden Ruben Östlund ausgezeichnet. Vicky Krieps erhielt einen Actor’s Award für eine Rolle in Marie Kreutzers „Corsage“ an der Sidebar.
Die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes geht an den Film „Triangle of Sadness“ des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund. Das gab die Jury am Samstagabend bekannt. Satire setzte sich im Wettbewerb gegen weitere 20 Einsendungen durch. Die Entscheidung traf eine Jury unter dem Vorsitz des französischen Schauspielers Vincent Lindon.
“Triangle of Sadness” ist eine Satire auf die Welt der Influencer und Superhelden. Unter anderem spielt er auf einer Luxusyacht. Nach der Entführung durch Piraten stranden einige der Schiffspassagiere auf einer Insel, auf der die Hierarchien umgekehrt sind. Denn ein Angestellter, der die Toiletten der Yacht betreute, ist der einzige, der fischen, Feuer machen und damit das Überleben der Menschen sichern kann. „Triangle of Sadness“ handelt von der Absurdität des Kapitalismus, Machtverhältnissen und sozialer Ungleichheit.
Zweite Goldene Palme
„Als wir mit diesem Film anfingen, hatten wir eigentlich nur ein Ziel: einen Film zu machen, der das Publikum interessiert, provoziert und zum Nachdenken anregt“, sagte Östlund, der 2017 für „The Square“ die Goldene Palme erhielt. hatte, bei der Zeremonie. Der 48-Jährige ist bekannt für seine humorvollen und bissigen Studien über menschliches Verhalten und präsentiert eine davon in „Triangle of Sadness“. Der Film sorgte bei seiner Premiere auf den Filmfestspielen für heftige Kontroversen. Es war wahrscheinlich der auffälligste und lustigste Beitrag. Der Grand Jury Prize, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging für den diesjährigen „Close“ an die französische Filmemacherin Claire Denis („Stars at Noon“) und den Belgier Lukas Dhont. „Stars at Noon“ folgt der amerikanischen Journalistin Trish (Margaret Qualley), die aufgrund eines kritischen politischen Artikels in Nicaragua festsitzt und dort auf einen mysteriösen Geschäftsmann namens Daniel (Joe Alwyn) trifft, der von den instabilen politischen Verhältnissen in Nicaragua profitiert. Trish und Daniel verlieben sich, und ihre Anziehungskraft wird für einen Großteil des Films stark inszeniert, während sich die Handlung im Hintergrund entfaltet. „Close“ ist ein sensibler Erwachsenenfilm über eine besondere Freundschaft zwischen zwei Jungen, die in einer Tragödie endet. Der Preis für die beste Regie ging an Park Chan-wook („Decision to Leave“). Die iranische Schauspielerin Zar Amir Ebrahimi nahm den Preis als beste Hauptdarstellerin entgegen. Ali Abbasis „Holy Spider“ spielt einen mutigen Journalisten, der in die Fußstapfen eines Serienmörders tritt. Song Kang-ho aus Südkorea wurde für seine Rolle in Hirokazu Koreedas „Broker“ als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
Bestes Drehbuch für „Junge vom Himmel“
Der Preis der Jury ging an „Le Otto Montagne“ von Charlotte Vandermeersch und Felix Van Groeningen sowie an „EO“ von Jerzy Skolimowski. Der Schwede Tarik Saleh wurde für seinen Film „Boy from Heaven“ als bestes Drehbuch ausgezeichnet.
Besondere Ehrungen wurden den belgischen Filmemachern Jean-Pierre und Luc Dardenne zuteil, die regelmäßig beim Filmfestival dabei sind. Anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums erhielten sie einen Sonderpreis für ihren Film „Tori und Lokita“.
Die aus österreichischer Sicht wichtigste Entscheidung fiel am Freitagabend. Vicky Krieps wurde für ihre Hauptrolle in dem Film „Corsage“ der österreichischen Regisseurin Marie Kreutzer auf dem Unterkanal „Un gewissen Respekt“ ausgezeichnet. Die Luxemburgerin spielt die Kaiserin Elisabeth, die aus dem Korsett der ihr zugedachten Rolle herauskommen will. Im vergangenen Jahr gewann der Film „Große Freiheit“ des Österreichers Sebastian Meise den Jurypreis in dieser Sektion.