Grimme-Preis 2022: Die Gewinner

Insgesamt 16 Grimme-Preise werden in diesem Jahr verliehen, darunter zwei Produktionen mit dem Schauspieler Bjarne Mädel. Auszeichnungen erhielt er für die Spielfilme „Geliefert“ und „Sörensen hat Angst“. Ebenfalls ein Preis im Belletristikwettbewerb geht an “Polizeiruf 110: Sabine” mit Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau. Außerdem werden mit „Die Ibiza-Affäre“ (Sky) und „Tina mobil“ (RBB) in diesem Jahr zwei Serienformate mit dem Grimme Fiction Award ausgezeichnet.


Im Unterhaltungsbereich zeichnet die Grimme-Jury die RBB-Talkshow „Chez Krömer“ aus, die bereits in der Vergangenheit ausgezeichnet wurde. Ausdrücklich gewürdigt wird diesmal die Folge mit Torsten Sträter als Gast, in der beide über ihren Umgang mit Depressionen sprachen. Auch die WDR-Sendung “Freitagnacht Juden” mit Daniel Donskoy darf mit einem Grimme-Preis rechnen. Außerdem gibt es einen Preis für die ProSieben-Show “Wer stiehlt mir die Show?”

Das „ZDF Magazin Royale“ wird in diesem Jahr ebenso leer ausgehen wie die XXL-Reportage „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, für die ProSieben im vergangenen Jahr stundenlang die Sendung freigegeben hatte. Krone und tägliche Aufmerksamkeit bleiben auf der Preisliste, denn die Dokumentation „Charité intensiv: Station 43“ gehört zu den Gewinnern des Info & Kultur-Wettbewerbs. Auch die Dokumentation „Schwarze Adler“ über Rassismus im Fußball wurde ausgezeichnet. Die ZDF-Journalistin Katrin Eigendorf erhielt in diesem Jahr den journalistischen Sondererfolgspreis für ihre „hervorragende Reportage zur Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan“, so die Grimme-Jury.

Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an die Serie „The Mopes“ (UFA Fiction for Warner TV Comedy), die auf Warner TV Comedy ausgestrahlt wird und sich wie „Chez Krömer“ auf Depressionen konzentriert. „Depression braucht Akzeptanz! Akzeptanz bei den Betroffenen und Akzeptanz in der Gesellschaft”, so die Marler Gruppe in ihrer Begründung. Der Preis der studentischen Jury geht an das Familienportrait „Ein Frühling”, das häusliche Gewalt und ihre Auswirkungen auf eine Familie zeigt auf ganz persönliche Weise.

„Angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher und globaler Veränderungsprozesse, erschütternder Krisen und eines zunehmend digitalisierten Publikums steigen die Anforderungen an ein hochwertiges Fernsehprogramm“, sagt Grimme-Intendantin Frauke Gerlach. „In diesem Sinne überzeugen diesmal besonders die preisgekrönten Produktionen in den Kategorien Kinder- und Jugend und Unterhaltung. Sie schaffen es, mit Sachlichkeit, Wertschätzung, Einfühlungsvermögen und auch geistreichem Humor zu informieren, zu führen und zu unterhalten.“ Ergänzend: „Auch in diesem Award-Jahr sind die ausgezeichneten Reportagen und Dokumentationen in der Kategorie Information und Kultur sowie die vielschichtigen Materialien und Erzählstile in der Kategorie Fiction von guter Qualität, Tendenz steigend“ .


Eine Auszeichnung erhielt übrigens auch Anke Engelke, mit der besonderen Ehrung des Deutschen Verbandes für Erwachsenenbildung (DVV). „Engelkes Parodien machen deutlich, wo uns Licht fehlt oder wo uns ein Perspektivwechsel gut tun würde“, sagt DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. “Wer die eigenen Lücken mit einem Lächeln erkennt und vorschlägt, sie zu schließen, handelt im Sinne der Volkshochschulen.” Die Sieger werden am 26. August im Stadttheater Marl ausgezeichnet. Jo Schück leitet die Gala, die später am 3. Abend ausgestrahlt wird.

Preisentscheidungen auf einen Blick

Wettbewerbs Fiktion

Stefan Holtz (Buch) Florian Iwersen (Buch) Christoph, Schier (Regie) Nils Landmark (Edition) Jan Ruschke (Edition) Nicholas Ofczarek (Interpretation, Setassistenz)

für “The Ibiza Affair” (W&B Television / Epo-Film für Sky Deutschland) “

Jan Fehse (Drehbuch / Regie) Bjarne Mädel (Porträt)

für „Delivered“ (TV60 Filmproduktion für BR/Arte)

Florian Oeller (Drehbuch) Stefan Schaller (Regie) Luis Heyer (Schauspiel) Charly Hübner (Schauspiel) Anneke Kim Sarnau (Schauspiel)

für “Polizeiruf 110: Sabine” (Filmpool Spielfilm für NDR)

Bjarne Mädel (Regie / Schauspiel) Sven Stricker (Buch) Kristian Leschner (Bildgestaltung) Katrin Wichmann (Schauspiel)

für “Sörensen hat Angst” (Claussen + Putz Filmproduktion für den NDR)

Laila Stieler (Drehbuch) Richard Huber (Regie) Gabriela Maria Schmeide (Darstellerin, Set-Assistentin)

für „Tina mobil“ (X Films Creative Pool für RBB)

Wettbewerbsinformationen und -kultur

Carl Gierstorfer (Drehbuch / Regie / Bildgestaltung) Mareike Müller (Drehbuch) Ronald Rist (Schnitt) Antje Boehmert (Produktion) Ute Beutler (Schnitt)

für “Charité intensiv: Station 43” (Docdays Productions for RBB)

Marcin Wierzchowksi (Drehbuch / Regie / Bildgestaltung)

für “Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen” (HR)

Carmen Losmann (Drehbuch / Regie) Dirk Lütter (Bildgestaltung)

für “Wirtschaft” (Petroleum Film für ZDF / 3sat)

Torsten Körner (Drehbuch / Regie)

für “Schwarzer Adler” (Broadview-Bilder für Amazon Prime Video / ZDF)

Besondere journalistische Leistung

Kathrin Eigendorf

für ihre einfühlsamen und mutigen Berichte über die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan (ZDF)

Wettkampfunterhaltung

Kurt Kromer, Torsten Sträter

für „Chez Krömer, Gast: Torsten Sträter“ (probono.tv für RBB)

Daniel Donskoy (Moderation / Drehbuch) Remigius Roskosch (Drehbuch / Regie) Martin Danisch (Produktion) David Hadda (Produktion)

für Friday Night Jews (Turbokultur für den WDR)

Joko Winterscheidt (Idee / Moderation) Jakob Lundt (Lead Author) Julia Mehnert (Executive Producer) Thomas Schmitt (Creative Director) Christin Schneider (Produktion)

für “Wer stiehlt die Show?” (Florida-TV für ProSieben)

Kinder- und Jugendwettbewerb

Nele Dehnenkamp (Buch / Regie)

für “Seepferdchen” (Filmakademie Baden-Württemberg für MDR)

Raphael Gregotsch (Moderation / Buch) Robert Hecklau (Moderation / Buch) Marlene Schittenhelm (Moderation / Buch) Kim Stoppert (Moderation / Buch)

für „offen und ehrlich“ (SR/Funk)

Speziell

Petra Bobert und Christine Rütten

für die Konzeption und Realisation der Doku-Reihe “Am Limit?! Jetzt reden wir!”. (HERR)

Wettbewerb der Marler Gruppe

Publikumspreis der Marler Gruppe

Ipek Zübert (Buch) Christian Zübert (Regisseur) Nora Tschirner (Porträt)

für „The Mopes“ (UFA Fiction for Warner TV Comedy)

Wettbewerb der Schülerjury

Valentina Primavera (Buch)

für “Ein Frühling” (produziert von Johannes Schubert)

Besondere Ehrung durch den Deutschen Volkshochschulverband

für Anke Engelke

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