Weit davon entfernt, von russischen Importen erpresst zu werden
„Wer Energie spart, hilft Deutschland unabhängiger von russischen Importen zu werden und tut etwas fürs Klima“, sagte Habeck. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine mache deutlich: „Wir müssen weg von fossilen Brennstoffen und Abhängigkeiten und der Möglichkeit der Erpressung durch russische Importe“, forderte der Minister einen Umstieg auf erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz. „Wir alle müssen einen Beitrag leisten“, sagte er in Berlin.
Wechseln Sie den Duschkopf, wechseln Sie die LED-Beleuchtung
Habeck verwies auch auf die derzeit hohen Energiepreise, die sowohl Verbraucher als auch Unternehmen belasten. Hier drohe ein „ganz schwerer Sturz“, wenn Mieter ihre Heizkostenabrechnung und neue Vorauszahlungen erhalten. „Nur deshalb muss dringend Energie gespart werden“, sagte er. Auch für kleine Einzelleistungen wie den Wechsel des Duschkopfs, das Abtauen des Kühlschranks oder den Wechsel der LED-Beleuchtung gilt: „Wenn viele es tun, macht es insgesamt einen großen Unterschied.“ Außerdem könnte Putin “ausgerottet” werden.
Kleine Einsparungen – große Wirkung
Wassersparende Duschköpfe haben einen kleineren Kopf und konzentrieren das Wasser besser. Oft wird auch ein Durchflussbegrenzer eingebaut. Das spart etwa 30 Prozent des beim Duschen verwendeten Warmwassers ein. Auch der sogenannte Wasserhahnbelüfter kann der Küche helfen, weniger Wasser zu verbrauchen. Außerdem kann durch Kochen, Spülen und Kühlen viel Strom gespart werden.
Um neue Ideen zum Energiesparen zu bekommen, hat das Ministerium eine Hotline eingerichtet, bei der man sich rund um die Energiewende beraten lassen kann: 0800-0115000. Habecks Ministerium hat auch eine Online-Website gestartet.
Mit dabei: Unternehmen, Kommunen, Vereine
An der Aktion „80 Millionen gemeinsam für die Energiewende“ beteiligen sich große Wirtschaftsverbände und Kommunen, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Umweltverband Deutscher Naturschutzring (DNR) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). In einer gemeinsamen Erklärung verpflichten sie sich, den Energieverbrauch zu senken und mehr Effizienz zu erreichen.
Der DGB fordert sozialen Ausgleich
Stefan Körzell, Mitglied des DGB-Vorstands, forderte sozialen Ausgleich angesichts hoher Preise. Der Dachverband BDI und der Zentralverband ZDH verwiesen auf das „Hauptinteresse“ der Wirtschaft, die Energieeffizienz voranzutreiben. Jutta Gurkmann, Vorstandsmitglied des vzbv, verwies auf das große Interesse an der Energiesparberatung. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kampfer mahnte, Effizienzgewinne sollten nicht wie so oft mit einem „mehr Mindset“ in Form von größeren Autos, Fernsehern oder Wohnungen wieder aufgebraucht werden.
Klimaanlagen sollten erst ab 26 Grad betrieben werden
Neben Postern, Tipps und Ratgebern umfasst die Kampagne auch neue Förderprogramme und Beratungsangebote. Auch das Wirtschaftsministerium beteiligt sich an der Aktion Energiesparmaßnahmen beim Heizen, Kühlen und Beleuchten. In allen Büros solle die Klimaanlage auf 26 Grad hochgefahren, im Winter die Heiztemperatur gesenkt werden, sagte er.
Kritiker: Verantwortung nicht auf Verbraucher übertragen
Einige Umweltorganisationen haben das Fehlen von Werbekampagnen kritisiert, solange die politischen Rahmenbedingungen nicht geändert und gesetzliche Anforderungen nicht erfüllt werden. Die großen Schritte seien nur mit “verbindlichen Maßnahmen” zu erreichen, die auch für die Branche gelten, sagte BUND-Geschäftsführerin Antje von Broock, Deutschlands Verlagsnetzwerk. Die Verantwortung für das Energiesparen dürfe nicht mit „Duschtipps“ auf die Verbraucher abgewälzt werden, sagte Barbara Metz, Direktorin der Deutschen Umwelthilfe. Ähnlich äußerte sich Martin Kaiser, Vorstandsmitglied von Greenpeace.
Habeck sagte, die Kampagne dürfe Politikern nicht als Vorwand dienen, nicht zu handeln. “Sie kann weder politische Rahmenbedingungen noch Ordnungsrecht ersetzen.” Allerdings seien in den vergangenen Monaten “viele Gesetze schon durchgedrückt” worden.
(Mit Agenturmaterial)