Habecks Reise in den Nahen Osten Debatten über Klimaschutz und Erdgas

Stand: 06.06.2022 09:07 Uhr

Wirtschaftsminister Habeck ist in den Nahen Osten marschiert. Im Mittelpunkt der Gespräche werde der Klimaschutz stehen, sagte Habeck. Aber der Ukrainekrieg brachte auch die Erdgasförderung wieder auf die Tagesordnung.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck startet heute zu einer viertägigen Reise in den Nahen Osten. Der Vizekanzler wird nach Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit im Energiesektor und beim Klimaschutz suchen. „In dieser Region wird deutlich, wie sehr Sicherheits- und Klimapolitik zusammenpassen müssen und wie dringend es ist, die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen“, sagte Habeck vor Antritt seiner Reise in Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten und den Palästinensischen Autonomiegebieten Jordanien.

Der östliche Mittelmeerraum stehe vor großen Herausforderungen, so der Grünen-Politiker weiter. „Politische Spannungen, soziale Differenzen, die Nachwirkungen des Krieges in Syrien und die bemerkenswerten Auswirkungen der Klimakrise gehören dazu.“ Die verschiedenen Krisen sind miteinander verflochten.

Klimaschutz steht weiterhin auf der Agenda

Habeck reist zunächst nach Israel, wo er sich mit Regierungsmitgliedern treffen wird. Erst mit dem Amtsantritt von Premierminister Naftali Bennett im vergangenen Sommer rückte das Thema Klimaschutz auf die politische Agenda Israels. Im Oktober verabschiedete die Regierung einen umfassenden Klimaschutzplan. Ziel sollten klimafreundliche Innovationen, die Entwicklung von Technologien zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes und die Vorbereitung auf den Klimawandel sein.

„Ihm geht immer noch das Benzin aus“

Auch die Erschließung eines neuen Gasfeldes ist im Gespräch. “Wir brauchen nach wie vor Gas, wenn wir von Russland unabhängig werden wollen”, sagte Habeck.

Da es keine lokale Infrastruktur gibt, wird es von dort auch keine kurzfristigen Gasexporte nach Europa geben. Infrastruktur zu bauen, die bis 2027 fertig sei, “und dann fünf Jahre später wieder abgebaut werden müsste, das macht keinen Sinn”, sagte Habeck. Wenn es aber kurzfristige Kooperationen mit Nachbarländern mit LNG-Terminals gebe, „dann könnte das sicher helfen“. Der Fokus seiner Reise liegt jedoch auf dem Ausbau erneuerbarer Energien.

An der israelischen Küste befinden sich große Erdgasfelder. Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine will die Regierung gemeinsam mit Griechenland und Zypern ein inzwischen aufgegebenes Pipeline-Projekt entlang des Mittelmeers nach Europa erneut prüfen.

Energiekonferenz in Jordanien

Habeck plädierte dafür, die Chancen „eines umfassenden Klimaschutzes“ zu nutzen und nannte den Ausbau erneuerbarer Energien, die Wasserstoffproduktion und technologische Innovationen. Dies könnte zu neuen Formen der Zusammenarbeit führen. „Wir wollen es so weit wie möglich fördern, damit es zu einer wachsenden Zusammenarbeit in der Region und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Europäischen Union einerseits und dem östlichen Mittelmeerraum andererseits kommt“, sagte Habeck.

Am Dienstag will der Grünen-Politiker weiter in die Palästinensischen Gebiete und nach Jordanien reisen, wo er an einer jordanisch-deutschen Energiekonferenz teilnehmen wird. Der „MENA Europe Future Energy Dialogue“ wird gemeinsam von der jordanischen und der deutschen Regierung organisiert, Habeck will die Veranstaltung mit rund 800 Teilnehmern eröffnen.

Wirtschaftsminister Habeck reist nach Israel und Jordanien

Philipp Eckstein, ARD Berlin, 6.6.2022 6:44 Uhr

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