Hohe Zahlen wegen Variante: Eine Kronenwelle droht auch der Schweiz

Chiara Schlenz und Johannes Hillig

Sommer, allein und ohne Maßnahmen gegen das Corona-Virus: Die Pandemie scheint fast vergessen. Das Virus ist noch lange nicht weg, wie etwa ein Blick nach Portugal zeigt. Dort wird die Hoffnung auf einen kronenlosen Sommer von der Explosion der Fallzahlen überschattet.

Aktuell werden täglich mehr als 30.000 Neuinfektionen gemeldet, die Inzidenz von 7 Tagen hat sich seit Anfang Mai fast verdreifacht und Virologen warnen täglich vor fast 60.000 Neuinfektionen.

Schuld daran: die Untervarianten omicron BA.4 und BA.5. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) warnen vor einem erneuten Anstieg der Fallzahlen, Varianten stehen bereits auf der Liste der „besorgniserregenden Varianten“.

Schwerwiegendere Fälle gibt es nicht

Auch in Deutschland ist in mehreren Regionen eine Zunahme beider Varianten BA.4 und BA.5 zu erkennen. Rollt eine Sommerwelle Richtung Schweiz? Möglich! „Eine neue Infektionswelle ist in den Sommermonaten angesichts der neuen Untervarianten nicht auszuschließen“, sagt Simone Buchmann vom Bundesamt für Gesundheit.

Daher ist eine allgemeine Zunahme von Infektionen und lokalen Infektionsausbrüchen möglich. Dies könnte besondere Folgen für ungeimpfte Personen haben, die besonders gefährdet sind.

Einen Maßnahmensommer wie 2020 erwartet das BAG aber nicht. Buchmann zu Blick: „Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass neue Varianten des Virus weitere Maßnahmen erfordern werden. Auch erwarten wir von den neuen Untervarianten keine nennenswerte gesundheitliche Belastung System in der ganzen Schweiz.” Denn: „In Populationen mit hoher Immunität scheint es nicht zu schwerwiegenderen Fällen zu kommen als BA.1 oder BA.2.“

Der Chef von World Doctors fordert eine gute Vorbereitung auf den Herbst

Neue Varianten können dank Spike-Protein-Mutationen die Immunantwort besser verhindern als Vorgängervarianten, doch der ehemalige Basler Kantonsarzt Thomas Steffen (61) sieht keinen Grund zur Sorge. „Nach derzeitigem Kenntnisstand sind Varianten nicht gefährlicher als die derzeit vorherrschende Omicron-Variante.“ Auch Steffen hält eine Steigerung im Sommer für möglich. Eine Welle hält er aber für unwahrscheinlich. Er sieht jedoch keine neue Beschränkung oder Verschärfung der Maßnahmen, die uns erwarten.

Klingt anders als in Deutschland in Portugal. „Die Krone ist noch nicht zu Ende, das zeigt der gewaltsame Ausbruch von Omicron in Portugal“, sagte Montgomery der Rheinischen Post.

Weitere Informationen zur neuen Untervariante BA.5

„Der Werkzeugkasten muss im Infektionsschutzgesetz definiert und gepflegt werden: von der Maskenpflicht bis zum Hausarrest, der bundesweit einheitlich und klar geregelt ist“, forderte er. „Je klüger wir uns jetzt verhalten, desto weniger drastische Maßnahmen brauchen wir im Herbst und Winter. Benutze freiwillig eine Maske, wo sich viele Menschen versammeln. Impfung, jetzt mehr denn je .

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