Hölle im Grunewald im Griff, aber ein blöder Vorfall

Von Sabine Klier, Timo Beurich und Ole Kröning

Das Drama des Brandes auf der Sprengstelle Grunewald. Die gute Nachricht: Alle Brände am Explosionsort sind gelöscht! Auch eine Schafherde, die von den Flammen erfasst wurde, überlebte das Inferno. Die schlechte Nachricht: Die Avus ist noch geschlossen!

Laut Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein wird die Autobahn weiterhin für die Versorgung von Feuerwehr- und Einsatzfahrzeugen benötigt. „Die Entscheidung, ob Avus entlassen werden kann, fällt erst am Montagmorgen“, sagte Kirstein der BZ.

Die stillgelegte Autobahn A115 (Avus) bei der Ausfahrt Hüttenweg. Wegen des Waldbrandes im Grunewald, der nach Angaben der Polizei am Ort der Explosion ausgebrochen war, ist die Straße seit Donnerstag gesperrt. Foto: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

Doch die Lage bleibt gefährlich, zwischen der Sprengstelle und dem 500 Meter langen inneren Sperrgebiet lodern immer wieder Bodenbrände.

Doch Helfer bekämpfen die Flammen nun mit zunehmendem Erfolg. Die Feuerwehr kam am Sonntag mit 40 Einsatzgeräten. Gut 200 Polizisten sichern die Brandzone.

Außerdem waren acht Wasserwerfer der Polizei (Typ WaWe 10.000) im Einsatz. Sie sprühten bis zu 1200 Liter pro Minute auf den trockenen Waldboden, um weitere Brände zu verhindern. Die Feuerwehr rückte mit zwei Löschrobotern vom Typ „Alpha Wolf R1“ an den Ort der Explosion vor.

WaWe 10.000: Wie der Name schon sagt, fasst der Tank des Wasserwerfers der Polizei zehntausend Liter. Bis zu 1200 Liter pro Minute können auf etwa 65 Meter von den vorderen Wasserwerfern abgefeuert werden. Durch den Heckausleger sind es 900 Liter pro Minute mehr. Fünfköpfige Besatzung Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Am Sonntag sorgte ein Vorfall mit einem Polizeifahrzeug für Aufsehen. Das gepanzerte Spezialfahrzeug Survivor fuhr beim Rangieren in eine Löschwasserleitung. Mehr als zehn Meter schoss das Wasser in den Himmel. Dem örtlichen Feuerwehrchef gelang es jedoch, das Leck zu schließen.

Zur Ursache der Katastrophe gibt es keine weiteren Informationen. Ein Förster behauptet, vor Ausbruch des Feuers am Donnerstag eine Explosion in einem Müllcontainer an der Explosionsstelle gehört zu haben.

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Gunnar Heine (58), Leiter der Berliner Forsten, machte sich am Sonntag ein Bild von den Schäden. Auf etwa 55 Hektar gab es Bodenbrände. “Die Bäume sind nicht verbrannt, aber die achtzig bis hundert Jahre alten Rotkiefern werden sterben”, sagte Heine der BZ.

Gunnar Heine (58), Leiter der Berliner Forsten, spricht über den größten Waldbrand seit Ende des Zweiten Weltkriegs Foto: Sabine Klier

Es tröstet, dass sich die Eichen erholen und wieder austreiben. Bei genügend Regen würde die schwarze Erde schnell grün werden.

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