Stand: 30.07.2022 15:59
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für die Erforschung von Gas-Fracking in Niedersachsen ausgesprochen. Was der niedersächsische Ministerpräsident Weil darüber denkt, schreibt er in deutlichen Worten.
“Immer noch okay?!” Stephan Weil (SPD) fragte am Samstag via Twitter nach. “Lieber Markus Söder, wie wäre es endlich mit der Windkraft in Bayern?”. Weil, der als Ministerpräsident auch einen Twitter-Account unterhält, verschickte den Tweet von seinem persönlichen Account. Weils Reaktion auf Söder offenbar besonders wichtig war, weil er seinen persönlichen Account nur in Ausnahmefällen nutzt: Der Tweet an Söder ist der erste seit 2018.
Söder: „Große Erdgasvorkommen“ in Niedersachsen
Söder hatte in der „Süddeutschen Zeitung“ die Frage nach der Nutzung nationaler Gasreserven angesichts der Energieknappheit infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gestellt. „Niemand will das Fracking von gestern. Aber es ist sinnvoll zu prüfen, ob es neue, umweltfreundliche Methoden gibt“, sagte Söder. „Vor allem in Niedersachsen“ sieht er „große Erdgasvorkommen“.
VIDEO: Erdgas: Keine neuen Fracking-Pläne in Niedersachsen (05.05.2022) (4 min)
Althusmann: Die Methode ist derzeit verboten
Der niedersächsische CDU-Landeschef Bernd Althusmann hat sich kürzlich gegen Gas-Fracking ausgesprochen. „Fracking in unkonventionellen Erdgasfeldern ist derzeit landesweit verboten“, sagte der Wirtschaftsminister. Bevor man sich auf diese umstrittene Technologie einlässt, sollten zunächst alle anderen Optionen ausgeschöpft werden. Die SPD hatte die umstrittene Methode zuvor ausgeschlossen. SPD-Energieminister Olaf Lies sagte Anfang Mai gegenüber dem NDR, Fracking in tiefem Schiefergestein sei “unvorstellbar”.
Mehr Informationen
Die Finanzierungsmethode ist schädlich und unangemessen. Wirtschaftsminister Althusmann hatte zuvor eine Debatte abgelehnt. (29.07.2022) mehr
CDU-Politiker bitten um Erlaubnis
Fracking verwendet Druck und Chemikalien, um Gas oder Öl aus Gesteinsschichten zu extrahieren, was eine Umweltgefährdung darstellt. Kritisiert wird auch die Verflüssigung durch Tiefenkühlung, weil diese laut Umweltschützern bis zu 25 Prozent des Energieinhalts des Gases kostet. Mehrere ostdeutsche CDU-Politiker haben sich in den vergangenen Wochen in einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) dafür ausgesprochen, wegen der Energiekrise Gas-Fracking in Niedersachsen zuzulassen.
Mehr Informationen
Der Wirtschaftsminister will “keine Option ausschließen”. In der Zwischenzeit sollte die nukleare Eliminierung nicht in Frage gestellt werden. (30.07.2022) mehr
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.07.2022 | 16 Uhr