Schauspielerin Jany Tempel (52) tritt in einen Hungerstreik, in einen Katzenkäfig. Auf seiner Website erklärte er in einem offenen Brief: „Nach so vielen Jahren täglicher Ungerechtigkeit und permanenter Körperverletzung befinde ich mich nun im Hungerstreik, bis Sie endlich auf meine Anliegen und die aller eingehen und diese dauerhafte Retraumatisierung beenden“.
Tempel wendet sich damit ausdrücklich an die deutsche Justiz. Die ehemalige „Marienhof“-Schauspielerin wartet seit mehr als einem Jahr auf den Prozess gegen Dieter Wedel (82). Tempel wirft dem deutschen Star-Regisseur vor, sie 1996 in einem Hotel in München vergewaltigt zu haben. Im März 2021 hat die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen Wendel erhoben.
Justizsprecher Dr. Laurent Lafleur sagte gestern gegenüber Bild, dass noch keine Entscheidung darüber gefallen sei, wann das Verfahren eröffnet werden soll: „Nach Rücksprache mit dem Präsidenten der zuständigen Strafkammer ist mit einer Entscheidung in Kürze zu rechnen.“
Schauspielerin Jany Tempel kämpft für die Eröffnung des Prozesses gegen Dieter Wedel
In seinem offenen Brief machte Tempel nun seiner Wut Luft: „Opfer, die in den Mühlen der Justiz gefangen sind, sitzen seit Beginn der strafrechtlichen Ermittlungen nicht nur wegen ihres Leidens im Gefängnis, sondern in einem Käfig, in dem sie angeschaut, beschimpft, bedroht werden und handlungsunfähig werden schikaniert. Sie leiden unter schwerwiegenden Folgen, insbesondere Depressionen und Angstzuständen.“
Tempel weiter: „Sie verhungern aufgrund von Unwissenheit der Justizverantwortlichen, der Untätigkeit von Rettungsdiensten und Ämtern, Betreuungszentren für arbeitslose Opfer, dem Mangel an Therapieplätzen und der Gesellschaft und der kritischen und respektlosen Presse. “
Tempel hat für seinen Hungerstreik im Katzenkäfig ein Live-Playback auf YouTube erstellt.