Mit Jupiter schafft das Forschungszentrum Jülich den ersten europäischen Supercomputer, der mindestens 1 Billion Berechnungen mit doppelter Genauigkeit pro Sekunde durchführen kann, also 1 FP64 Exaflops bekommt, was einer 1 gefolgt von 18 Nullen entspricht. Die Arbeiten sollen 2023 beginnen, mit einem Budget von 500 Millionen Euro.
Die Finanzierung kommt zu gleichen Teilen von Deutschland und der EU: Das European High Performance Computing Joint Undertaking steuert 250 Millionen aus dem EuroHPC-Fonds bei, die anderen 250 Millionen teilen sich je zur Hälfte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Kultusministerien. und Landeswissenschaft Nordrhein-Westfalen (MKW NRW).
Forschungsteams wollen Rechenleistung nutzen, um wissenschaftliche Fragestellungen wie den Klimawandel, die Behandlung von Pandemien oder nachhaltige Energiegewinnung zu beleuchten. Darüber hinaus wird über die Bildung künstlicher Intelligenz und die Analyse großer Datenmengen nachgedacht.
Im Sommer 2021 bewarb sich das Gaussian Centre for Supercomputing (GCS) im Auftrag Deutschlands um das EuroHPC-Projekt für einen europäischen Supercomputer. Das Forschungszentrum Jülich ist Teil des GCS und hat in der ersten Runde Exascale die anderen EU-Kandidaten hinter sich gelassen.
Erfahrung mit Supercomputern
Das Jülich Supercomputing Centre (JSC) betreibt bereits einen der schnellsten europäischen Supercomputer. Das Juwels-System mit seinem Booster-Modul bestehend aus AMD Epyc-Prozessoren und Nvidia A100 GPU-Beschleuniger erreicht im Linpack-Benchmark eine kontinuierliche Rechenleistung von 44 Petaflops und Maximalwerte von 71 Petaflops. Bis 2022 war das Juwels Booster Module der schnellste europäische Supercomputer, jetzt belegt es weltweit den dritten und elften Platz.
Jupiter Exascale System Berechnungs- und Speichermodule in Grundausstattung (blau) sowie optionale Module (grün) und Module für Zukunftstechnologien (lila) als mögliche zukünftige Erweiterungen
(Bild: Forschungszentrum Jülich)
Beamte haben noch nicht bekannt gegeben, welche GPU-Prozessoren und Beschleuniger auf Jupiter verwendet werden. Sicher ist, dass der Supercomputer mit verschiedenen Arten von Knoten, darunter CPU-, GPU- und SSD-Knoten, gebaut wird und Reserven für zukünftige Erweiterungen bietet.
Grüner Fokus
Das JSC strebt eine Leistungsaufnahme von 15 Megawatt für mindestens 1 Exaflops kontinuierliche Rechenleistung an. Damit wäre Jupiter wohl effizienter als die US-Grenze, die aktuell 1,1 Exaflops bei einer guten Leistungsaufnahme von etwa 21 Megawatt schafft. Möglich wird dies unter anderem durch eine neue Generation schneller CPU- und GPU-Hardware im Jahr 2023.
Zukünftig wird Jupiter vollständig mit Ökostrom und Warmwasserkühlung betrieben. Abwärme will das JSC recyceln: Im Winter wäre es beispielsweise denkbar, sie als Fernwärme für Heizungsanlagen zu nutzen.
(mma)
Auf der Homepage