„Kleinkariert und unglücklich“: Der Münchner Autosalon verdunstet

Die Münchner Automobilausstellung verdunstet “mit einem kleinen und unglücklichen Verstand”.

30.06.2022, 18:49 Uhr

Die Internationale Automobil-Ausstellung zog mit viel erwartetem Lob von Frankfurt nach München. Doch das rot-grüne Rathaus der bayerischen Landeshauptstadt schneidet nun Ausstellungsfläche ab. Die CSU ist empört. Der VDA prüft die Folgen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) testet seine Autoschau nach dem Beschluss des Münchner Stadtrats, die Ausstellungsfläche der IAA zu verkleinern. Dass die Entscheidung teilweise einseitig mit dem Konzept der Antragsrücknahme getroffen worden sei, habe den Verband überrascht und sei schwer nachvollziehbar, sagte der VDA. “Wir werden nun die Folgen dieser Entscheidung prüfen.”

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) fand im September 2021 erstmals in der bayerischen Landeshauptstadt statt. Das Konzept umfasst über die gesamte Innenstadt verteilte Ausstellungsflächen, nicht nur Bereiche des Messegeländes. Der Münchner Stadtrat hat am Mittwochabend beschlossen, Teile der Ausstellungsfläche in der Innenstadt zu verlegen oder zu verkleinern, nachdem es massive Kritik an dem weitläufigen Messestand aus der Bevölkerung gegeben hatte.

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Anne Hübner, hatte dem Münchner Stadtrat gesagt, wenn die Aufgabe des Odeonsplatzes und die Verkleinerung des Königsplatzes nicht akzeptiert würden, „dann müsst ihr nur noch nach Frankfurt gehen“. 2020 gewann München in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Hannover im Wettbewerb um die IAA, mit einem neuen Konzept: Aus der Autoshow in den Messehallen wurde eine stadtweite Mobilitätsmesse.

CSU: Bayern ist ein Autoland

Der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, von der CSU, sagte: „Die rot-grüne Entscheidung des Münchner Stadtrates ist kleinkariert für eine weltoffene Stadt, innovationsfeindlich und daher mehr als unglücklich“. Die Stadt sollte Zusagen überdenken. Bayern ist ein Autoland. Die Landesregierung hat sich dafür eingesetzt, dass die IAA nach München kommt. „Es ist nicht unser Stil, Verträge einseitig zu ändern. Und es ist sehr seltsam, wenn rot-grüne Stadträte sagen, der Veranstalter kann nach Frankfurt zurück, wenn ihm etwas nicht passt.“

Für die Messe München, die die IAA gemeinsam mit dem VDA veranstaltet, sagte Geschäftsführer Stefan Rummel, die Veranstaltung 2021 sei ein außergewöhnliches Erlebnis für Bürger und Besucher und habe Stadt und Land 240 Millionen Euro eingebracht. Die Messe wird die geänderten Vorgaben prüfen. Er sei aber zuversichtlich, dass die IAA auch 2023 zum „Leuchtturm für die Industrie“ werde. Der ADAC Südbayern forderte die Stadt auf, der IAA „den Raum zu geben, die notwendigen Gespräche zum Thema Mobilität der Zukunft zu führen“. Das neue Konzept war ein Crowd-Shooter.

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