Österreich steht im Sommer vor einer neuen Kronenwelle. Experte Peter Klimek erklärt im „Heute“-Talk, warum die Neuinfektionen steigen.
In Österreich steigen die Kronenzahlen wieder stark an. Die Behörden meldeten am Mittwoch 6.869 Neuinfektionen. Die Fälle haben sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt.
Wie Komplexitätsforscher Peter Klimek von der MedUni Wien gegenüber „Heute“ erklärte, wird sich der Anstieg in den kommenden Wochen fortsetzen. “Grund für den Anstieg der Zahlen sind die neuen Varianten BA.4 und BA.5. Diese Fälle verdoppeln sich jede Woche. Derzeit machen die Varianten 30 Prozent aus. Aber sie werden wahrscheinlich nächste Woche dominieren”, sagte der Experte.
Etwas niedrigere Welle im Sommer
Die nächste Sommerwelle dürfte nach seinen Schätzungen aber kaum so hoch ausfallen wie im März mit der Variante BA.2, wo es rund 50.000 Neuinfektionen pro Tag gab. „Aber wir werden auf jeden Fall wieder Zehntausende positive Fälle haben“, prognostiziert Klimek.
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Außerdem wird laut dem Experten der Effekt der Saisonalität zunichte gemacht, weil BA.5 viel ansteckender ist als alle anderen Varianten. Ein weiterer Grund für den Anstieg der Zahl ist der Wegfall des Impfschutzes in der Bevölkerung, schließlich liegt die dritte Impfung bei den meisten schon einige Monate zurück.
Fälle nach Reisen nehmen wieder zu
Auch reisebezogene Fälle nehmen wieder zu. Feiertage um Pfingsten und Fenstertage, aber auch Großveranstaltungen wie New Rock und die Regenbogenparade in Wien haben zum Infektionsgeschehen beigetragen.
Die Population mit Hybridimmunisierung (mehrfach nachgeimpft und wieder genesen) weist derzeit die niedrigste Inzidenz auf. „Aber es kommt darauf an, mit welcher Variante man sich angesteckt hat“, gibt Klimek zu bedenken.
Der grüne Pass wird nicht mehr benötigt
Seiner Meinung nach ist der grüne Pass jedoch Geschichte: „Für den Besuch eines Restaurants wird es nicht mehr nötig sein, ihn vorzuzeigen.“ Die Maßnahme machte damals in der Delta-Welle Sinn, als geimpfte Menschen viel weniger zum Infektionsgeschehen beitrugen, aber die Die Situation ist viel schlimmer, jetzt ist sie komplizierter und auch geimpfte Personen können das Virus übertragen.
Auch die Tests sollten diversifizierter betrachtet werden. Ein wöchentlicher Schultest zum Beispiel ist von geringer Bedeutung. Der Komplexitätsforscher plädiert für eine Fokussierung auf vulnerable Gruppen, also ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen: „Das sind insgesamt zwei Millionen Menschen in Österreich. Mehr Belege in Pflegeheimen“.
Zur Maskenpflicht meint Klimek, man solle nicht immer auf politische Vorgaben warten und mehr Eigenverantwortung übernehmen. “Die Maske ist epidemiologisch sinnvoll und kostet nichts.”
Nav-Account str Hora16.06.2022, 13:03 | Akt: 16.06.2022, 13:03