Lauterbach will Schulschließungen nicht ganz ausschließen

Die FDP kämpft gegen Schulschließungen, wenn die Kronenzahlen im Herbst und Winter wieder steigen. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte im „Sommerinterview“ der ARD: „Es soll keine Schulschließungen mehr geben.“ Offener zeigte sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), als er am Sonntag auf “Anne Will” angesprochen wurde.

Lauterbach zu Schulschließungen: „Der letzte Ausweg“

„Persönlich denke ich, dass Schulschließungen nicht kommen sollten. Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Dann wären sie der letzte Ausweg. Aber ich würde darauf achten, sie kategorisch auszuschließen, weil wir nicht wissen, welche Varianten. wir kommen”, sagte er. Lauterbach erklären. Die Schließung von Schulen ist wegen der Folgen für Kinder und Jugendliche höchst umstritten.

Der Gesundheitsminister schließt eine Sperrung der Krone aus

Andererseits schloss der Gesundheitsminister eine weitgehende Schließung des öffentlichen Lebens durch Ausgangsbeschränkungen als Schutzinstrument aus. Seine Begründung: “Dafür haben wir einfach eine zu gute Immunlage in der Bevölkerung.”

Lauterbach verhandelt derzeit mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) über künftige grundsätzlich mögliche Maßnahmen. Denn die Rechtsgrundlage für die jetzt sehr eingeschränkten Basismaßnahmen läuft im September aus, und gleichzeitig wird befürchtet, dass die ohnehin schon steigenden Infektionszahlen noch einmal stark zunehmen werden. Eine Reihe möglicher Schutzmaßnahmen hat Buschmann bereits ausgeschlossen: „Einschließungen, Schulschließungen und Ausgangssperren sind nach unserem Kenntnisstand heute nicht mehr vorgesehen.“

Wird es eine generelle Kronentestpflicht geben?

Lauterbach sagte, die geplanten Maßnahmen sollten den Ländern die Werkzeuge geben, um verschiedene Szenarien abzudecken. Auch Deutschland muss sich auf sehr schwere Varianten des Corona-Virus einstellen. “Es muss ein komplettes Werkzeugset sein, also kann es kein Schmalspurproblem sein.”

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sprach sich derweil für eine Testpflicht aus, falls Maskenpflicht und Impfkampagne nicht ausreichen würden. „Wenn wir feststellen, dass trotz Innenraummasken und Auffrischimpfungen die Infektionsdynamik wieder zunimmt, brauchen sie womöglich wieder wirksame Hygienekonzepte inklusive Zugangskontrollen“, sagte er der Welt. In diesem Fall ist eine generelle Bewährungspflicht sinnvoll, unabhängig davon, ob jemand geimpft oder genesen ist.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, hat sich gegenüber der „Welt“ in diese Richtung geäußert. „Leider schützen aktuelle Impfstoffe nicht vor einer Infektion“, sagte er. Die Tests würden im kommenden Herbst vielerorts Sicherheit schaffen. Für manche kosten Bürgertests mittlerweile drei Euro.

Mit dpa-Material.

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