Es ist Montagmorgen. Jan-Niklas Lehmann, 29, mit hellbraunem Kurzhaar, trägt an diesem warmen Maitag eine getönte Brille. Er sieht stark aus, gesund, vielleicht etwas blass. Keiner der Passanten, die ihn an diesem Morgen auf einer Bank am Boxhagener Platz sitzen sahen, würde für krank gehalten werden. Oder Sie vermuten, dass Lehmann heute nach seinem Gespräch mit einem Journalisten nach Hause kommt, der die Vorhänge herunterzieht und den Rest des Tages im Bett liegen wird. Aber genau das wird passieren, denn Ihr Körper kann nicht mehr als eine kleine Reise am Tag machen.
Lehmann ist einer von etwa 250.000 Deutschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom, auch Myalgische Enzephalomyelitis oder kurz ME/CFS genannt. Eine Erkrankung, die den ganzen Körper betrifft, mit schweren Symptomen einhergeht und die Lebensqualität des Patienten stark einschränkt.
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