„Marder“ für Athen: Deutschland will Panzerringe mit Griechenland tauschen

“Marder” für Athen Deutschland will Panzerringe mit Griechenland tauschen

31. Mai 2022 um 18:37 Uhr

Nach Polen und Tschechien hat sich auch Deutschland bereit erklärt, Panzerringe mit Griechenland zugunsten der Ukraine auszutauschen. Für sowjetische Modelllieferungen muss Athen einen in diesem Land ausgemusterten Schützenpanzer erhalten.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat einen Tausch von Panzerringen mit Griechenland zugunsten der Ukraine angekündigt. „Wir werden deutsche Schützenpanzer zur Verfügung stellen“, sagte Scholz nach dem Ende des EU-Gipfels in Brüssel. Scholz sagte, er habe mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis über ein geplantes Ringtauschabkommen mit Tschechien gesprochen. Auch Gespräche mit Polen über einen Ringtausch müssen vorangetrieben werden.

Scholz hatte bereits Anfang des Monats einen Ringtausch mit Tschechien angekündigt. Deutschland will 14 Kampfpanzer Leopard 2 A4 und ein Bergungsfahrzeug auf Basis von Leopard 2 in die Tschechische Republik liefern, als Ausgleich dafür, dass die Tschechen insgesamt 20 sowjetische Hauptkampfpanzer T-72 an die Ukraine liefern. Allerdings gibt es noch keinen Liefertermin.

Auch ein geplanter Ringtausch mit Polen verzögert sich. Das Land hat bereits ein eigenes Gerät in die Ukraine geliefert und wird Ersatz aus Deutschland erhalten. Der polnische Präsident Andrzej Duda hat Berlin vorgeworfen, seine Versprechen nicht eingehalten zu haben.

Details zum geplanten Ringtausch mit Griechenland nannte Scholz nicht. Die griechischen Streitkräfte verfügen jedoch über gepanzerte Fahrzeuge mit sowjetischem BMP-1-Personal. Dafür konnten sie deutsche Schützenpanzer vom Typ “Marder” erhalten. Der „Marder“ wurde von der Bundeswehr abgefeuert und wird durch den „Puma“ ersetzt.

Ziel sei es, die Ukraine mit Waffen aus den Beständen des alten Warschauer Paktes zu unterstützen, sagte Scholz. Mitsotakis postete auf Twitter ein Foto, das Scholz beim Händeschütteln zeigt. Er schrieb, er habe mit der Kanzlerin über die Unterstützung der Ukraine gesprochen, ohne Einzelheiten zu nennen.

Der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos hatte Mitte Mai vor dem Parlament erklärt, sein Land werde schwere Waffen nur dann an die Ukraine liefern, wenn sie umgehend durch ähnliche Waffensysteme von Nato-Partnern ersetzt würden. Dabei handelte es sich unter anderem um Luftverteidigungssysteme, wie sie etwa die Ukraine einsetzt. Athens Zurückhaltung wird durch die zahlreichen aktuellen Bedrohungen der Türkei und die ständigen Überflüge türkischer Jagdbomber über zahlreiche bewohnte griechische Inseln wie Lesbos, Chios und Rhodos gerechtfertigt. Bisher hat Griechenland nur Panzerfäuste und Granaten, Munition und medizinische Hilfsgüter in die Ukraine geschickt.

Die Bundesregierung hat ihre Bereitschaft erklärt, schwere Waffen an die Ukraine zu übergeben, wurde jedoch sowohl von der Ukraine als auch von der Opposition kritisiert, weil sie bei der Umsetzung zu zögerlich sei.

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