“Martha und Leoparden auch”: Kiewer Parlamentschef fordert deutsche Panzer

“Martha und Leoparden auch”, fragt der Chef des Kiewer Parlaments nach deutschen Panzern

06.02.2022, 21:21 Uhr

Der Präsident des ukrainischen Parlaments will bei seinem Besuch in Berlin von Deutschland nur eines: schwere Waffen, so viel wie möglich und so schnell wie möglich. Stefantschuk wird seine Panzer-Wunschliste bei der morgigen Sitzung persönlich an Bundeskanzler Scholz weiterleiten.

Der Sprecher des ukrainischen Parlaments, Ruslan Stefantschuk, forderte bei seinem Besuch in Berlin die Lieferung der deutschen Panzer Leopard und Marder an die Ukraine. “Natürlich brauchen wir vor allem moderne Waffen. Wir können auch alte Waffen aus alten Beständen bekämpfen und festhalten, aber neuere Waffen sind effizienter”, sagte er nach einem Treffen mit Bundestagsabgeordneten. die amtliche Übersetzung. “Deshalb freuen wir uns sowohl auf die Dienstage als auch auf die Leoparden.”

Stefantschuk lobte Bundeskanzler Olaf Scholz für die Ankündigung im Bundestag, weitere schwere Waffen an die Ukraine zu übergeben. Er betonte jedoch, dass sie nun schnell geliefert werden müssten. Jeden Tag sterben in der Ukraine etwa 100 Menschen und etwa 500 werden verletzt. “Deshalb wäre es gut, die Zeit (…) zwischen der Entscheidung und der tatsächlichen Lieferung so kurz wie möglich zu halten.” Stefantschuk wird am Freitag auch mit Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammentreffen.

Scholz kündigte am Mittwoch in der Generaldebatte im Bundestag drei neue Waffenlieferungen an: Die Ukraine erhält von der deutschen Industrie das Luftabwehrsystem IRIS-T und ein Artillerie-Tracking-Radar vom Typ Cobra. Außerdem müssen vier Mehrfachraketenwerfer MARS II mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern aus Beständen der Bundeswehr versorgt werden. Zwei weitere schwere Waffensysteme waren bereits im Vorfeld zugesagt worden: 50 Gepard-Flugabwehrpanzer und sieben Panzerhaubitzen 2000 – schwere Artilleriegeschütze.

Kampfpanzer waren früher nur für den Austausch von Ringen gedacht

Außerdem wünscht sich die Ukraine modernere Waffen aus Nato-Staaten. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat angeboten, die viel größeren und leistungsstärkeren gepanzerten Mannschaftstransporter Marder und den Kampfpanzer Leopard in die Ukraine zu liefern. Nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung sollen diese Tanks nur für den sogenannten Ringtausch genutzt werden. Länder wie die Tschechische Republik und Griechenland erhalten sie als Entschädigung für die Lieferung alter sowjetischer Panzer an die Ukraine. Der Verzicht auf Direktlieferungen wird damit begründet, dass ukrainische Soldaten besser im Umgang mit sowjetischen Waffensystemen seien und diese sofort einsetzen könnten.

Die Vorsitzenden des Auswärtigen und des Europaausschusses des Bundestages, der Sozialdemokrat Michael Roth und der Grüne Anton Hofreiter, unterstützten den Wunsch der Ukraine, Kandidat für die Europäische Union zu werden. Die EU-Kommission will im Juni eine Empfehlung abgeben, doch die Bundesregierung hat noch nicht Stellung bezogen. Hofreiter sagte, der Kandidatenstatus sei “ein Zeichen der Hoffnung für die Ukraine”. Roth betonte, dass sich beim Treffen der Abgeordneten mit Stefantschuk eine große Mehrheit für einen Beitrittsprozess „ohne Schnellverfahren, ohne Abweichungen, ohne Rabatte“ ausgesprochen habe.

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