Aktualisiert am 18.06.2022 um 19:17 Uhr
- Der Samstag war der bislang heißeste Tag des Jahres in Deutschland.
- Der französische Wetterdienst spricht von einer “Ausnahmesituation”.
- Spanien erlebt im Juni die schlimmste Hitzewelle seit 1950.
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Die hohen Temperaturen brachten am Samstag viele Menschen in weiten Teilen Deutschlands ins Schwitzen und ins Freibad. Mit bis zu 37,1 Grad war der 18. Juni der bisher heißeste Tag des Jahres. An den Stationen Waghäusel-Kirrlach am Oberrhein (Baden-Württemberg) und Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am späten Nachmittag mehr als 37 Grad gemessen.
Dahinter lag nach DWD-Informationen vom Samstagabend Möhrendorf-Kleinseebach im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Bayern) mit 36,8 Grad, gefolgt von Trier-Zewen (Rheinland-Pfalz) mit 36,6 Grad und Kahl am Main im Landkreis Aschaffenburg an der bayerisch-hessischen Grenze mit 36,5 Grad.
Der Sonntag könnte in Ostdeutschland noch heißer werden als der Samstag. Rund um Jena oder Cottbus könne es bis zu 38 Grad heiß werden, sagte ein DWD-Meteorologe.
Aufgrund der Hitze besteht in Deutschland eine hohe Waldbrandgefahr
Von all diesen Werten ist der deutsche Temperaturrekord allerdings noch weit entfernt: An den Stationen Duisburg und Tönisvorst (bei Krefeld) wurden laut DWD am 25. Juli 2019 41,2 Grad Celsius gemessen. Eine am selben Tag in Lingen gemessene Rekordtemperatur von 42,6 Grad wurde nachträglich gestrichen. Auch die Werte vom Samstag sind keine Rekord-Juni-Werte: Ende Juni 2019 wurden an verschiedenen Orten Werte um die 39 Grad gemessen.
Aufgrund der Dürre besteht in vielen Teilen Deutschlands nach wie vor eine hohe Waldbrandgefahr. Als stabil galt hingegen die Lage beim Waldbrand bei Frohnsdorf nahe der brandenburgischen Stadt Treuenbrietzen (zwischen Potsdam und Lutherstadt Wittenberg). Der Brandort könne eingegrenzt werden, sagte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes Brandenburg. Am Freitag gab es einen Waldbrand auf etwa 60 Hektar, während sie etwa gut 40 Hektar groß sind.
Ein Hubschrauber der Bundespolizei musste bis zum Einbruch der Dunkelheit Löschwasser über das Gebiet gießen. Die Arbeit der Feuerwehrleute in mehreren Landkreisen wird durch gefährliche Sprengkörper in der Umgebung behindert.
Das Freibad stellt den Kartenverkauf ab Mittag ein
2018 wurden bei einem Waldbrand in Treuenbrietzen rund 400 Hektar Wald zerstört. Die Flammen verwüsteten mehrere Tage lang den Wald im Südwesten Berlins. Aufgrund des Großbrandes mussten mehr als 500 Menschen die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen verlassen.
Freibäder verzeichneten am letzten Frühlingswochenende des Kalenders Fieber. Bis zum Mittag seien etwa doppelt so viele E-Tickets verkauft worden wie sonst in diesem Zeitraum, sagte ein Mitarbeiter des Kölner Agrippabad. Im Freibad Langenfeld bei Düsseldorf ruhte der Ticketverkauf an den Fahrkartenautomaten bis zum Mittag.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mahnte, auf ältere Menschen zu achten. Der SPD-Politiker schrieb auf Twitter: „Bitte achten Sie darauf, dass gerade ältere Menschen heute ausreichend trinken. Sie verspüren oft weniger Durst, als es ihrem Körper gut tun würde. Hitze und zu wenig Flüssigkeit können Folgen haben. Tödlich für ältere Menschen. Heute sind wir es.“ aufgefordert, auf ältere und behinderte Menschen zu achten.”
Spanien verzeichnet lokal mehr als 44 Grad
Obwohl es im Süden sonnig und heiß war, war es im Norden klar und bewölkt. Das Wetter lockte viele an die Küste. Die Bahn meldete volle Züge an die Ostsee. Das Neun-Euro-Ticket sei beliebt und Regionalzüge in touristischen Regionen seien besonders ausgelastet, sagte ein Sprecher. In Mecklenburg-Vorpommern sei es zwischen 22 und 25 Grad sehr erträglich gewesen, so Meteorologe Stefan Kreibohm von der Meteorologischen Studie Hiddensee.
Spanien erlebt im Juni die schlimmste Hitzewelle seit 1950 mit lokalen Temperaturen von über 44 Grad. Der Rekord für diese Hitzeperiode wurde am vergangenen Freitag im andalusischen Andújar mit 44,2 bis 44,3 Grad gemessen. Besonders heiß soll es am Samstag laut dem Wetterdienst Aemet in den Regionen Katalonien, Navarra und dem Baskenland im Nordosten und Norden des Landes sowie in Andalusien im Süden werden.
In Frankreich wurden für Samstag Höchsttemperaturen von bis zu 43 Grad prognostiziert. Es sei davon auszugehen, dass absolute Hitzerekorde gebrochen würden, teilte der Wetterdienst Météo France mit. „Das ist eine echte Ausnahmesituation“, sagte er.
Sonntag möglich schwere lokale Stürme und schlechtes Wetter
In Griechenland ist das anders: Hier müssen die Menschen vielerorts noch Regenschirme tragen, im Norden und Westen soll es am Wochenende auch regnen und teilweise stürmen.
In Deutschland bestimmt die Hitze auch am Sonntag das Wetter. Ab Nachmittag sollen die Wolken vor allem in der Mitte, in den Bergen Südwestdeutschlands und in den Alpen zunehmen. Lokale Stürme und schlechtes Wetter sind möglich.
Der astronomische Beginn (auch Kalender) des Sommers ist der Dienstag (21. Juni). Dann erreicht die Sonne ihren nördlichsten Punkt auf der Erde und am Mittag erreicht sie ihren höchsten Stand im Jahr. An diesem ersten Sommertag soll es laut Prognose vor allem im Süden und Südwesten zu Schauern und lokalen Schauern und Gewittern kommen. In der Nordhälfte wird es zwischen 22 und 28 Grad heiß, an den Küsten wird es etwas kühler. Im Süden wird es mit 27 bis 33 Grad noch heißer. (mt/dpa)
Aktualisiert am 13.06.2022 um 16:48 Uhr
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