Mehr Waffenscheine: Die Schweiz rüstet auf, niemand weiss warum

Mehr Lizenzen zum Waffenkauf seit Ausbruch des Ukrainekrieges

Die Schweizer rüsten auf

Seit Ausbruch des Ukrainekrieges sind immer mehr Schweizer bewaffnet. Einen direkten Zusammenhang kann der Bundesrat allerdings nicht bestätigen, aber auch nicht ausschliessen. Die Daten fehlen einfach.

Gepostet: 25.06.2022 um 12:15

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Aktualisiert: vor 37 Minuten

Die verfügbaren Zahlen sprechen für sich: Mr. und Mrs. Swiss werden aktualisiert. Seit Ausbruch des Ukrainekrieges ist die Nachfrage nach Waffenerwerbslizenzen je nach Region stark gestiegen. In der Stadt Zürich beispielsweise hat sich die Zahl der Gesuche im Vergleich zum Vorjahresquartal fast verdoppelt. Im Kanton Aargau ist er um 60 Prozent gestiegen.

In der Schweiz gibt es kein zentrales Waffenregister. Das heißt: Niemand hat den Überblick über das ganze Land. Die wenigen verfügbaren Zahlen überraschten auch SP-Nationalrätin Priska Seiler-Graf (53). Auf ihren Wunsch hin hat das Bundesamt für Polizei (Fedpol) eine Umfrage bei den zuständigen Kantonen durchgeführt.

Bis zu 60 Prozent mehr Erstkäufer

Der erste Eindruck bestätigt sich. Fedpol erhielt eine Antwort von 19 kantonalen Waffenämtern. Fazit: Im ersten Quartal dieses Jahres wurden insgesamt 11.119 Waffengenehmigungen und -einsätze gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren es in denselben Kantonen 8615 Bewilligungen. Eine Steigerung um 30 Prozent!

Ein noch größerer Anstieg ist bei denjenigen zu beobachten, die noch nie eine Waffe besessen haben. So verzeichneten die fünf Kantone Appenzell Innerrhoden, Freiburg, Luzern, Schaffhausen und Solothurn einen Anstieg der Erstkäufer zwischen 15 und 60 Prozent.

Klare Informationen fehlen

Die meisten Gesuche werden in der ganzen Schweiz für Sport-, Jagd- oder Sammelzwecke gestellt, so der Bundesrat. “Andere Rechtfertigungen wie Selbstverteidigung sind ziemlich selten.” Ein direkter Zusammenhang mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht nachweisen.

Der Bundesrat räumt jedoch ein, dass der Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden kann. Auch hier gibt es keine eindeutigen Angaben. Denn auf dem Formular zur Erlangung eines Waffenkaufscheins muss nicht unbedingt der Grund für den Kaufwunsch erläutert werden.

Die meisten Gesuche werden jedoch von den kantonalen Behörden bewilligt. Die Ablehnungsquote in den ersuchten Kantonen beträgt nur 1,4 bis 5 Prozent. (db)

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