Messerattacke auf fünfjährige Kinder in Graz, vermutet von Mutter

31.05.2022 12:46 (31.05.2022 20:26)

Die Mutter soll ihren fünfjährigen Sohn in Graz schwer verletzt haben ©APA/THEMENBILD

Ein fünfjähriger Junge ist am Dienstagmorgen in Graz mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden.

Die Tat wurde in einer Wohnung im Zentrum von Graz begangen. Tatverdächtig ist die 42-jährige Mutter des Jungen. Ein aufmerksamer Nachbar hatte den Rettungsdienst gemeldet. Der Junge wurde stabilisiert und liegt mit schweren Schnittwunden im Krankenhaus. Die Ermittler des Steirischen Landeskriminalamts verstanden den Grund zunächst nicht ganz.

Die Messerattacke ereignete sich gegen 9.30 Uhr in einer Wohnung in der Sackstraße. Die Bewohnerin der Nachbarwohnung bemerkte sie, nachdem die Mutter des Kindes mit ihren blutverschmierten Händen an der Tür klingelte und bat, ihre Mutter in der Slowakei anrufen zu dürfen. Die schlagfertige Frau habe sich die Wohnung des 42-Jährigen angeschaut und den Jungen schwer verletzt vorgefunden, sagte Heimo Kohlbacher vom Landespolizeipräsidium Steiermark der APA.

Festhalten ohne Widerstand

Beamte der Rapid Response Task Force brachten die Frau, die sich die Hand verletzt hatte, zum Tatort. Laut LKH Graz soll das Kind sehr tiefe Schnittwunden an beiden Unterarmen erlitten haben. Entgegen ersten Berichten scheint der Oberkörper nicht verletzt worden zu sein.

Die Frau sei widerstandslos festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Nach ersten Ermittlungen lag sie am Dienstagmorgen allein mit dem Kind auf dem Boden. Der Verdächtige hat laut Polizei einen Lebensgefährten, war aber zur Tatzeit in Oberösterreich berufstätig. Nach den Informationen über seinen Sohn kehrte er sofort nach Graz zurück.

Kind nicht in Lebensgefahr

Am Nachmittag wurden Mutter und Sohn in den Krankenhäusern medizinisch versorgt. Aus dem LKH Graz hieß es, der Kleine sei aufgenommen worden, er sei aber nicht in Lebensgefahr. Er sei am Nachmittag im Kinderkrankenhaus der Universitätsklinik operiert worden und da alle Sehnen und Nerven neu genäht werden müssen, soll die Operation bis in die Nachmittagsstunden dauern, sagte eine Sprecherin des Grazer Landeskrankenhauses.

Auch die Mutter werde operiert, könne das Krankenhaus aber voraussichtlich in ein bis zwei Tagen verlassen, sagte Polizeisprecher Kohlbacher der APA. Dem Grazer Jugendamt war die Familie übrigens bisher nicht bekannt. Ob die Frau psychisch krank sein könnte, ist unklar. Andererseits scheint klar, dass das beherzte Eingreifen der Spezialeinheit der Polizei das Leben des Kindes gerettet haben könnte, denn die Beamten leisteten dem Kind Erste Hilfe und übergaben das Kind im stationären Zustand an den Rettungsdienst.

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