Verlorener Killerwal nach erfolgloser Rettungsaktion in der Seine tot aufgefunden
30.05.2022, 16:00 Uhr
Seit Wochen durchstreift ein Killerwal die Seine. Wenn ein Rettungsversuch fehlschlägt, wird entschieden, das kranke Tier einzuschläfern. Aber der Wal stirbt zuerst. Eine Obduktion soll klären, warum es überhaupt verloren ging.
Helfer fanden den kranken Killerwal, der wochenlang die Seine in Frankreich durchstreifte, tot. Zuerst sah ein Skipper den Wal am Morgen im Fluss treiben, sagte die Präfektur Rouen Maritime. Mit Unterstützung des Hafenkapitäns lokalisierte die Organisation Sea Shepherd France dann den Schwertwal und konnte nur noch seinen Tod feststellen. Nun musste das tonnenschwere Tier an Land geschleppt und gerettet werden. Danach müssten Tierärzte und Biologen eine Autopsie durchführen, um herauszufinden, warum sich das Meeressäuger in den Ärmelkanal und die Seine verirrte und warum es starb.
Am Samstag wurde zunächst versucht, den Killerwal mit Hilfe von Walgeräuschen zum Meer zu lotsen. Schon vor der Rettungsaktion war sein Zustand als äußerst schwach eingestuft worden und seine Überlebenschancen waren gering. Da das Tier bereits so schwach war, entschieden sich die Behörden nach Rücksprache mit Experten für die Methode des außergewöhnlichen Lärms. Dadurch wurde der Einsatz eines Bootes im Nahbereich verhindert, was den Stresslevel des Tieres weiter erhöhen könnte. Die Geräusche der Wale wurden während der Mission unter Wasser mit einem Lautsprecher abgespielt. Forschungsteams beobachteten dann aus der Ferne, wie der Killerwal auf die Geräusche reagierte.
Doch anstatt sich von den Geräuschen leiten zu lassen, schwamm das Tier zwischen den Bänken hin und her. Um dem Tier nicht noch mehr Stress zu bereiten, wurde der Versuch in den frühen Morgenstunden des Sonntagabends abgebrochen. Bei dem experimentellen Rettungsversuch kam auch eine Drohne zum Einsatz, die Bilder zeigten Wucherungen und einen fortgeschrittenen Pilzbefall des Tieres. Es wurde dann beschlossen, den Killerwal einzuschläfern.
Nach Angaben der Marine Mammal Research Group (GEEC) wurde der Wal erstmals Anfang April von der Besatzung eines Trawlers etwa 30 Meilen vor der Küste der Normandie gesichtet. Es wurde seitdem entlang der Küste, in der Seine-Mündung und stromaufwärts in der Seine gesehen. Killerwale kommen am häufigsten vor den Küsten Schottlands, Islands und Norwegens und weiter südlich im Atlantischen Ozean im Golf von Biskaya vor, sagte ein GEEC-Experte. Warum das Tier in der Seine aufgetaucht ist, ist unklar.