Medizin
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache und vor allem auf Bluthochdruck zurückzuführen. Weltweite Daten zeigen nun, dass sich die Einnahme von Nahrungssalzen positiv auf den Blutdruck auswirkt. Dadurch wird das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen deutlich reduziert.
10.08.2022 16.30
Online ab heute, 16:30 Uhr
Weniger Natrium, mehr Kalium: Laut einer aktuellen Studie im British Medical Journal ist dies der Schlüssel zu weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn in Speisesalzen wird ein Teil des herkömmlichen Salzes (Natriumchlorid – NaCl) durch Kaliumchlorid (KCl) ersetzt, was zu einer Senkung des Blutdrucks führt.
Vor fast einem Jahr wurde eine chinesische Studie veröffentlicht, die ein verringertes Risiko für Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigte, wenn Probanden Speisesalz verwendeten. Xuejun Yin vom George Institute for Global Health und sein Team untersuchen nun, ob die Ergebnisse der Studie weltweit gelten.
Um aussagekräftige Daten zu erhalten, verglichen Wissenschaftler 21 Studien aus der ganzen Welt. Das Ergebnis: Nutzten die Probanden Speisesalze, kam es im Schnitt zu elf Prozent weniger Herzinfarkten und Schlaganfällen. Insgesamt ging die Herz-Kreislauf-Erkrankung um 13 Prozent zurück.
Eine weitere Strategie: kaliumreiches Obst und Gemüse
Wie eine andere Studie von Liffert Vogt von den University of Amsterdam Medical Centers vor einigen Wochen zeigte, müssen Nahrungssalze nicht unbedingt verwendet werden, um die Herzgesundheit zu verbessern.
Laut Vogt kann eine erhöhte Kaliumaufnahme aus Obst und Gemüse überschüssiges Natrium ausgleichen und auch den Blutdruck senken. Denn Kalium in der Nahrung führt zu einer vermehrten Ausscheidung von Natriumsalzen im Urin. Dies bestätigte auch die aktuelle Studie in Bezug auf Salzersatzstoffe.
Für die Autoren um Xuejun Yin könnte die weltweite Studie zu einem Umdenken in der Medizin führen: „Die Ergebnisse sprechen für den strategischen Einsatz von Nahrungssalzen im Gesundheitswesen zur Reduzierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, heißt es in einer Pressemitteilung zur Studie.
Das Risiko einer Hyperkaliämie, also eines schädlichen Kaliumüberschusses im Blut, besteht laut Studie bei richtiger Anwendung von Nahrungssalzen nicht.
Sarah Marie Piskur, Wissenschaft Ö1