Nationalrat gegen mehr Rechte für Ausländer

Die Grünen forderten, dass Ausländerinnen und Ausländern, die sich seit fünf Jahren legal in der Schweiz aufhalten, das Stimm-, Stimm- und Wahlrecht auf Bundesebene zuerkannt wird. Mit einer weiteren Initiative forderte SP-Nationalrat Mustafa Atici (BS), dass Einwohnerinnen und Einwohner ohne Schweizer Staatsbürgerschaft spätestens nach fünf Jahren Aufenthalt in der Schweiz alle politischen Rechte auf kommunaler Ebene haben.

Grünen-Präsident Balthasar Glättli (ZH) betonte in der Debatte, dass die Erfahrungen dort, wo Ausländer bereits das Stimmrecht haben, positiv seien. Er warnte auch vor einer schrittweisen Demokratisierung, falls der Kreis der vom Wahlrecht Ausgeschlossenen wächst.

Die Beteiligung an politischen Prozessen sei ein wichtiger Beitrag zur Integration, sagte Atici. Er merkte auch an, dass viele Gemeinden davon profitieren könnten, wenn sich mehr Menschen in der Politik engagieren könnten. In den Kantonen Neuenburg und Freiburg funktionieren die vorgeschlagenen Regelungen bereits gut.

Der Nationalrat lehnte die Initiative jedoch mit 113 zu 63 Stimmen und 110 zu 63 Stimmen bei vier Enthaltungen ab. Der Rat folgte damit der Mehrheit des vorläufigen beratenden Ausschusses. Dies war die Ansicht, dass Ausländer, die eine bestimmte Zeit in der Schweiz gelebt hatten, sich einbürgern und dann am politischen Leben beteiligen konnten. Richtig ist zudem, dass die Frage des Gemeindestimm- und Wahlrechts auf kantonaler Ebene geregelt ist.

Kommissionssprecherin Marianne Keller-Binder (Medien/AG) sagte, andernfalls bestehe die Gefahr, dass demokratische Entscheide in den Kantonen gekippt würden. Damien Cottier (FDP/NE) warnte im Namen der Kommission vor einem starken Eingriff in die Souveränität der Kantone und Gemeinden.

Eine Minderheit der Kommission wies diese Argumente zurück. Es kann nicht sein, dass in einem Land, das sich als „Musterdemokratie“ versteht, ein Viertel der Bevölkerung nicht anders konnte, als sie aufzubauen. Die Schweizer Demokratie muss sich der gesellschaftlichen Realität anpassen. Dies würde auch die Akzeptanz der getroffenen Entscheidungen erhöhen.

Ada Marra (SP/VD) hat in diesem Zusammenhang kritisiert, dass es gerade für ältere Migranten ein großes Hindernis darstellt, wenn sie für die Einbürgerung ihre Kenntnisse einer Landessprache nachweisen müssen.

Mit den Entscheidungen sind beide Initiativen vom Tisch.

(SDA)

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