Neuer Kurssturz beim DAX Was nun gegen die Aktie spricht

Marktbericht

Stand: 13.06.2022 07:37 Uhr

Deutsche Aktienkurse fallen weiter. Zu Handelsbeginn stürzte der DAX weiter ab. Investoren haben gute Gründe, an die Börse zu gehen.

Der DAX startete mit Verlust in die neue Handelswoche. Zum Handelsstart auf XETRA verlor der deutsche Leitindex 1,4 Prozent auf 13.564 Punkte. Negative Devisensignale und anhaltende Zinsängste sorgen für einen Abverkauf am deutschen Aktienmarkt. Am Freitag war der DAX bereits um 3,1 Prozent auf 13.762 Punkte abgestürzt und damit der größte Tagesverlust seit drei Monaten.

Das „Inflationsmonster“ hält die DAX-Anleger in Atem

Es ist vor allem die Aussicht auf eine längere Serie scharfer Zinserhöhungen durch die Fed, die Anleger aus den globalen Aktienmärkten vertreibt. Der rasante Anstieg der US-Inflation von 8,6 Prozent im Mai hat auch die DAX-Anleger beunruhigt.

„Das Inflationsmonster schlägt erneut zu und weckt Skepsis im Hinblick auf die bevorstehende Fed-Sitzung in dieser Woche“, kommentierte der Analyst von IG Salah-Eddine Bouhmidi heute Morgen. Nach den Inflationsdaten vom Freitag ist ein Anstieg um 75 Basispunkte nicht mehr auszuschließen.

„Die Inflation hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, sie stagniert nicht einmal. Sie beschleunigt sich immer noch, und sie wird dies wahrscheinlich im Juni tun“, sagte Aneta Markowska, Investmentbank von Jefferies, heute in einer Erklärung. “Inflationsdaten sind ein Wendepunkt, der die Fed dazu zwingt, den Kurs zu ändern und die geldpolitische Straffung zu beschleunigen.”

Das unruhige China hält die Märkte auf Eis

Ein weiterer Grund zur Sorge sind drohende Blockaden in China, wo am Wochenende wegen erneuter Corona-Ausbrüche massive Tests in Metropolen wie Peking oder Shanghai durchgeführt wurden. Dies schürt Befürchtungen, dass die Strategie von Covid der chinesischen Wirtschaft und den globalen Lieferketten schadet. Marktwächter Jeffrey Halley vom Broker Oanda spricht von einem „schwarzen Montag“ an den asiatischen Aktienmärkten.

Warten auf die Änderung am Dienstag

Tatsächlich kam es in der Vergangenheit oft zu Börsencrashs, die mit einem „Panikfreitag“ begannen und sich in einen „schwarzen Montag“ fortsetzten. Statistisch gesehen besteht nur eine gute Chance, dass der „Turnaround Tuesday“ wieder steigen wird.

Wichtige DAX-Marke im Fokus

Allerdings gibt es auch aus charttechnischer Sicht einen kleinen Hoffnungsschimmer für DAX-Anleger. Heute nähert sich der DAX mit großen Schritten der Marke von 13.380. Auf dieser Ebene wird mit dem Minimum von Mai ein wichtiger Retentionsbereich ausgeführt. Dies weckt die Hoffnung der Anleger auf eine Erholung dieser wichtigen charttechnischen Unterstützung und das zumindest kurzfristige Ergebnis der technischen Gegenbewegung.

Zukünftige Amerikaner schreiben rote Zahlen

Allerdings sind die DAX-Vorgaben der Überseebörsen verheerend. Zukünftige Amerikaner sind derzeit in Rot aufgeführt. Der Future des großen US-Index Dow Jones Industrial verliert derzeit 1,5 Prozent, der Future des Nasdaq 100 mit viel Technik sogar 2,3 Prozent.

Am Freitag schloss der Dow Jones Standard 2,7 Prozent unter 31.392 Punkten. Der Hightech-Titel Nasdaq fiel um 3,5 Prozent auf 11.340 Punkte. Der breite S&P 500 verlor 2,9 Prozent auf 3.900 Punkte.

Nikkei cau

Auch die asiatischen Aktienmärkte brachen Anfang der Woche stark ein. Zinsängste und neue Blockaden in China drückten den Kurs des japanischen Nikkei um 3,0 Prozent auf 26.987 Punkte. Der Aktienmarkt in Shanghai ist derzeit um 0,9 Prozent im Minus.

Der Euro fällt unter 1,05 $

Der „sichere Hafen“ US-Dollar ist an den Devisenmärkten weiterhin gefragt. Im Gegenzug schwächelt die europäische Einheitswährung weiter und fällt unter 1,05 $. Am Vormittag wurden für einen Euro mindestens 1,0472 US-Dollar gezahlt und damit weniger als zuletzt Mitte Mai. Damit liegt der Kurs des Euro seit Mitte vergangener Woche bei rund 3 Cent. Eine Unze Gold kostet 1.862 Dollar, 0,8 Prozent weniger als am Vortag.

Die Ölpreise sind gesunken

Der Ölpreis fiel zu Beginn der neuen Woche. Händler nannten die Stärke des Dollars und die traurige Lage der Krone in China als Grund. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Brent aus der Nordsee 120,26 US-Dollar. Das waren 1,75 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,82 $ auf 118,85 $.

Bitcoin so günstig wie seit Dezember 2020 nicht mehr

Mittlerweile spiegelt sich die globale Flucht von Risikoinvestoren auch in den Kryptomärkten wider. Anfang der Woche fiel der Preis von Bitcoin zeitweise unter 25.000 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2020. Zuvor war der Kurs der digitalen Währung …

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