Stand: 06.06.2022 01:58 Uhr
Bei einem Angriff auf eine katholische Kirche in Nigeria sind Dutzende Menschen getötet worden. Die Hintergründe sind noch unklar. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt.
Nach Angaben der Behörden wurden bei einem Angriff mit Waffen und Sprengstoff auf einen Pfingstgottesdienst in Nigeria viele Menschen getötet und verletzt. Eine Polizeisprecherin sagte, mehrere Angreifer seien am Sonntagmorgen in die katholische Kirche in der Stadt Owo im südwestlichen Bundesstaat Ondo eingebrochen und hätten nach dem Angriff fliehen können. Zunächst beanspruchte niemand die katholische Kirche St. Francis of Owo.
Angriffe von Dschihadisten und kriminellen Banden wiederholen sich in Nigeria immer wieder, nicht aber im jetzt betroffenen Südwesten des Landes. Eine Polizeisprecherin sagte, es sei “zu früh”, die genaue Zahl der durch die Schüsse und Sprengkörper getöteten Personen zu nennen: “Aber viele Ordensleute wurden getötet, andere verletzt.” Die Regierung Ondo sagte auch, sie könne noch keine offizielle Zahl der Todesopfer nennen.
Der Papst will für die Opfer beten
Ein Augenzeuge, der sich als Abayomi zu erkennen gab, sagte der Nachrichtenagentur AFP, mindestens 20 Menschen seien gestorben. Vor seiner Flucht habe er mindestens fünf Angreifer gesehen, berichtete der Mann.
In einer Erklärung sprach Papst Franziskus vom „Tod von Dutzenden von Gläubigen“, darunter viele Kinder. Bei der Klärung der genauen Tatumstände betete er “für die Opfer und für das Land”. Der nigerianische Staatschef Muhammadu Buhari verurteilte den „hasserfüllten Mord an Gläubigen“. Der Gouverneur von Ondo, Rotimi Akeredolu, sagte, es habe einen „abscheulichen und satanischen Angriff“ auf Owo gegeben.
In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, ist der Süden christlich geprägt, während der Norden überwiegend muslimisch geprägt ist. Die Armee kämpft seit zwölf Jahren gegen einen dschihadistischen Aufstand im Nordosten. Der Nordwesten Nigerias wird von kriminellen Banden destabilisiert, die zunehmend Dörfer überfallen und Massengeiselnahmen in Städten und Schulen durchführen. Auch im Südosten des Landes sind Separatisten aktiv.