Noch vor dem G-7-Gipfel will Scholz mit Macron und Draghi nach Kiew reisen

Besuch in der Ukraine im Ausland

Noch vor dem G-7-Gipfel will Scholz mit Macron und Draghi nach Kiew reisen

Stand: 07:07 | Lesezeit: 3 Minuten

Von der Leyen trifft sich mit Präsident Selensky in Kiew

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reiste zu Gesprächen über die EU-Beitrittspläne der Ukraine nach Kiew. Eine Antwort der EU-Kommission auf die Frage, ob die Ukraine offizielles Kandidatenland werden kann, wird in Kürze erwartet. Sehen Sie hier die Pressekonferenz mit Präsident Zelenskyj.

Bundeskanzler Olaf Scholz will laut Bild am Sonntag noch in diesem Monat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi nach Kiew reisen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) plant einem Medienbericht zufolge im Vorfeld des G-7-Gipfels Ende Juni eine gemeinsame Reise nach Kiew mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. Das berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Regierungskreise in der Ukraine und in Frankreich. Ein Sprecher der Bundesregierung äußerte sich am Abend nicht zu dem Bericht. Aus dem Elysée-Palast in Paris hieß es nur: “Nein, wir bestätigen diese Information nicht.”

Paris und Berlin sollen deshalb schon länger über einen gemeinsamen Besuch in Kiew verhandelt haben. Nach Angaben der Zeitung wollte Macron erst nach den französischen Parlamentswahlen fahren, die am 12. und 19. Juni stattfinden. Es heißt, den italienischen Regierungschef als Dritten im Bündnis zu übernehmen, sei eine Idee Frankreichs gewesen. Scholz, Macron und Draghi wollen auf ihrer Reise ein Zeichen der europäischen Einigung setzen.

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Die Ukraine wird voraussichtlich zum EU-Kandidaten für den Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs am 23./24. Juni erklärt. Die EU-Kommission will dazu kommende Woche eine Empfehlung abgeben, wobei eine Entscheidung über den Kandidatenstatus keine mögliche Zulassung vorsieht und nicht an eine Frist gebunden ist. Kurz nach dem EU-Gipfel treffen sich die G-7-Staaten unter dem Vorsitz von Scholz vom 26. bis 28. Juni auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen.

Scholz sagte kürzlich, er werde nur nach Kiew reisen, wenn es konkrete Gesprächsthemen gebe. Der Elysée-Palast teilte am Freitag mit, Macron stehe für einen Besuch in der Ukraine zur Verfügung, es gebe aber noch keine konkreten Reisepläne und Termine.

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Selensky hatte Scholz bereits vor Wochen nach Kiew eingeladen. Zunächst gab es jedoch Unmut über die kurzfristige Absage einer Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von ukrainischer Seite. Scholz merkte nach Klärung der Irritationen an, dass es bei dieser Reise nicht um Symbole gehe, sondern um Inhalte: „Ich werde mich nicht einer Gruppe von Leuten anschließen, die irgendetwas tun, um bei einem Fotoshooting rein und raus zu kommen. Aber ja, dann sind das diese.“ immer ganz konkrete Sachen.“

Einige ihrer Minister waren seitdem in der Ukraine: Annalena Baerbock (Außen, Grüne), Svenja Schulze (Entwicklung, SPD) und zuletzt Karl Lauterbach (Gesundheit, SPD) und Cem Özdemir (Landwirtschaft, Grüne). Auch Parlamentspräsidentin Bärbel Bas (SPD) und Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) besuchten Kiew.

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Diese Reise könnte vor, aber auch nach dem EU-Gipfel stattfinden. Von einem gemeinsamen Besuch mit Scholz oder Draghi war keine Rede. Das Ziel einer Macron-Reise werde es sein, eine europäische Perspektive für die Ukraine zu eröffnen oder zu initiieren, sagte er.

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter bezeichnete die Reise von Scholz zur WELT als „längst überfällig“. Das Signal vor dem G7-Gipfel sei “wesentlich” für das ukrainische Volk. Kiesewetter hofft, dass dies auch mit der Bereitschaft zusammenhängt, der Ukraine mit mehr schweren Waffen zu helfen. „Russland muss daran gehindert werden, weitere Kriegsverbrechen zu begehen. Die Ukraine muss ihre Souveränität und Integrität zumindest an den Grenzen von Januar 2022 wiederherstellen.“

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