Olha Petriv (36): So lebt die neue Blick-Journalistin in der Schweiz

In Frieden eingeschlafen und im Krieg wieder wach: So beschreibt die ukrainische Fernsehjournalistin Olha Petriv (36) den Krieg in der Ukraine. Er ist seit Wochen mit seiner Schwester Iryna (41) und den Kindern Sophia (13) und Kyle (10) auf der Flucht. Petrivs Freund nimmt sie schließlich mit in die Schweiz.

In den Tagen nach ihrer Ankunft ist die Journalistin jedoch von ihrem Gewissen betroffen. Petriv steht in ständigem Kontakt mit Familie und Freunden in der Ukraine. Was ist, wenn ihnen etwas passiert? Was wäre, wenn er geblieben wäre und ihr geholfen hätte? Hätte es überhaupt helfen können? Gewissensbisse nehmen zu. „Danach kam plötzlich ein anderes Gefühl: Scham. Es war mir sehr peinlich“, sagt Petriv. „Ich fühlte mich schlecht, weil ich mein Land betrogen hatte. Viele meiner Freunde blieben, nur ich ging. Ich fühlte mich wie ein Feigling.“

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Das Gefühl hält tagelang an. Petriv schaut immer noch auf ihr Handy, will wissen, was los ist. „Wenn du dich plötzlich in einem sicheren und reichen Land wie der Schweiz wiederfindest und weißt, dass deine Freunde ein paar tausend Meilen von dir entfernt gegen den Feind kämpfen, ist das schwer zu akzeptieren. Ich habe mich oft gefragt, warum ich gegangen bin. Ich habe Kinder, die ich mir wünsche zu beschützen. Allerdings bin ich weg.“ Petriv ist überzeugt: „Wenn meine Eltern und mein Freund nicht darauf bestanden hätten, dass ich das Land verlasse, wäre ich immer noch in der Ukraine.“

Die Hilfsbereitschaft ist fantastisch, wenn da nicht die Sprachbarriere wäre

Petriv kennt die Schweiz bereits. Sie besuchte weiterhin ihren Freund in Adliswil ZH. Aber er sagt, er habe Trost noch nie so sehr geschätzt wie diesmal. „Ein reiches Land, mit sauberem Wasser, frischen Lebensmitteln und einer so hohen Lebensqualität, so etwas weiß man nur zu schätzen, wenn man weiß, wie es anderswo ist.“

Petriv lebt seit über einem Monat in Adliswil. Gefühle haben sich verändert, Scham ist weg. Mitverantwortlich sind auch die Einheimischen: «Die Unterstützung hier in der Schweiz ist an allen Ecken und Enden spürbar. Die Menschen helfen uns, die Sprache zu lernen, sie helfen uns, Essen oder Kleidung zu kaufen. Ich verspüre eine unglaubliche Bereitschaft, dem Land zu helfen“, sagt er. „Überall, wo man hinschaut, sieht man ukrainische Flaggen, man hört die ukrainische Sprache.“

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Jetzt will er helfen

Trotzdem fühlte sie sich immer hilflos. Die Menschen sind überfordert und wissen nicht, wie sie sich gegenseitig helfen können. „Die Ukrainer wissen nicht, dass sie sich in ihrer Gemeinde anmelden oder Formen der finanziellen Unterstützung erhalten müssen. Sie wissen nicht, wie man ein Bankkonto eröffnet.“ Die Sprachbarriere ist ein großes Problem. Viele Ukrainer sprechen kein Englisch.

Also nahm Petriv die Sache selbst in die Hand und half anderen Landsleuten. “Zwei Butscha-Frauen brauchten Hilfe, weil ihre Brille kaputt war, also habe ich sie zum Optiker gebracht.” In der Schweiz gilt ein ungeschriebenes Gesetz, dass man nichts bekommt, wenn man nicht darum bittet. „Deshalb müssen die Ukrainer lernen, ihren natürlichen Stolz zu überwinden und einfach zu fragen. Dann wird ihnen geholfen.“

Gemeinsam mit Blick TV erklärt Olha Petriv nun ihren Landsleuten die Schweiz. Zweimal wöchentlich bringt er Ukrainern die Abläufe und Möglichkeiten bei. „Ich freue mich sehr darauf. Ich bin sehr motiviert, aber es ist eine große Aufgabe“, sagt er. “Ich bin überzeugt, dass wir vielen Ukrainern helfen können, den Weg in die Schweiz zu finden und sich hier niederzulassen. Meine Aufgabe ist es, meinen Landsleuten zu helfen. Ich möchte das jetzt so gut wie möglich angehen.”

«Olha erklärt die Schweiz»: das neue Format von Blick TV

Tausende ukrainische Flüchtlinge sind bereits in die Schweiz eingereist. Viele von ihnen kommen direkt aus dem Krieg und haben Leid und Elend erlebt. In Ihrem neuen Zuhause fehlt es an Orientierung: Wie bekomme ich Essen? Wie erhalte ich finanzielle Unterstützung, eröffne ein Bankkonto oder kaufe eine SIM-Karte? Und wie funktioniert das mit den Behörden? An wen muss ich welches Formular schicken, um in den S-Schutzstatus aufgenommen zu werden? Im neuen Blick-TV-Format «Olha erklärt die Schweiz» bringt die ukrainische TV-Journalistin Olha Petriv (36) zweimal pro Woche Flüchtlinge auf einfache, unkomplizierte und ukrainischsprachige Weise ins Land.

Tausende ukrainische Flüchtlinge sind bereits in die Schweiz eingereist. Viele von ihnen kommen direkt aus dem Krieg und haben Leid und Elend erlitten. In Ihrem neuen Zuhause fehlt es an Orientierung: Wie bekomme ich Essen? Wie erhalte ich finanzielle Unterstützung, eröffne ein Bankkonto oder kaufe eine SIM-Karte? Und wie funktioniert das mit den Behörden? An wen muss ich welches Formular schicken, um in den S-Schutzstatus aufgenommen zu werden? Im neuen Format von Blick TV «Olha erklärt die Schweiz» bringt die ukrainische TV-Journalistin Olha Petriv (36) zweimal wöchentlich die Flüchtlinge auf einfache, leichte Art und in ukrainischer Sprache ins Land.

Olha erklärt die Schweiz auf Ukrainisch

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