Omicron-Subtypen könnten uns eine Sommerwelle bescheren

In Portugal steigen die Kronenzahlen durch die Untervariante omicron BA.5 wieder an. Auch in der Schweiz gab es zuletzt wieder mehr Neuinfektionen.

Paulo Mumia / dpa

Zwei omicron-Untervarianten sorgen für einen erneuten Anstieg der Kronenfälle. Was sind die Subtypen BA.4 und BA.5? Und wie gefährlich sind sie wirklich? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Nach einer kürzlichen Verschnaufpause breitet sich das Kronenvirus wieder schneller aus. Laut BAG stieg die Zahl der Infektionen in der Schweiz in der vergangenen Woche um fast 50 Prozent. Der Grund: Die Omicron-Subtypen BA.4 und BA.5 sind in der Schweiz angekommen.

BA.4 und BA.5 verdrängen derzeit ältere Varianten. Da diese Subtypen noch ansteckender sind als die ursprüngliche Omicron-Variante, erkranken mehr Menschen, auch Geimpfte, erneut. Allerdings zeigen Geimpfte nach aktuellem Forschungsstand deutlich mildere Symptome als Ungeimpfte.

Droht der Schweiz eine sommerliche Kronenwelle?

In einigen Ländern kann aufgrund der Verbreitung der omicron-Subtypen BA.4 und BA.5 bereits von einer Art Sommerwelle gesprochen werden. In Portugal, wo BA.5 inzwischen mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen ausmacht, hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz seit Mitte April vervierfacht.

In der Schweiz muss im Sommer nicht unbedingt eine echte neue Kronenwelle entstehen. Es besteht Grund zur Annahme, dass die neue Variante nur eine kleine Welle auslösen wird. „Ich denke, die Welle von BA-Infektionen und Impfungen lässt jetzt nach.2 […] in der Schweiz bieten sie in der Regel einen ausreichenden Schutz gegen neue Subtypen», sagte der Basler Infektionsspezialist Manuel Battegay dem Tages-Anzeiger.

Wie schnell verbreiten sich BA.4 und BA.5 in der Schweiz?

Auch ohne Sommerwelle rechnen Experten mit weiter steigenden Fallzahlen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist die omicron-Subvariante BA.2 noch dominant, aber der Anteil von BA.4 und BA.5 nimmt stark zu. In einigen Regionen können Subtypen bereits für 30 Prozent der Fälle verantwortlich sein.

Die letzte Reproduktionszahl von #covid19 für die Schweiz liegt bei 1,2-1,4, was einer Verdopplungszeit von ca. 2 Wochen entspricht (was sind die Gründe? Die Omicron BA.5 Variante wurde mit einer Verdopplungszeit von weniger auf die Schweiz um einige Wochen verlängert als 1/4 pic.twitter.com/SseJaSeyYh

– Tanja Stadler (@TanjaStadler_CH) 7. Juni 2022

Die Dunkelziffer scheint hoch zu sein. Darauf deutet laut BAG der hohe Anteil an positiven Tests hin. Der Infektionsverlauf spiegelt sich nur bedingt in den Fallzahlen wider.

Laut Tanja Stadler, ehemalige Vorsitzende der mittlerweile aufgelösten Nationalen Arbeitsgruppe Covid, lässt sich der Anteil der Subtypen BA.4 und BA.5 im Infektionsgeschehen kaum genau reproduzieren. Auch in der Schweiz gibt es dafür zu wenig Belege.

Stadler rechnet in den kommenden Wochen mit einem Anstieg der Neuinfektionen, bis die Bevölkerung einen ausreichenden Immunschutz gegen die neuen Untervarianten aufgebaut hat oder ihr Verhalten ändert und zum Beispiel drinnen wieder Masken trägt.

Wie gefährlich sind die neuen Omicron-Subtypen?

Da es sich bei vielen Infektionen mit den neuen Omicron-Subtypen um Reinfektionen oder fortgeschrittene Infektionen handelt, haben die meisten Infizierten einen gewissen Schutz. Derzeit gehen Experten nicht davon aus, dass BA.4 und BA.5 zu schwereren Rennen und Krankenhauseinweisungen führen.

Wie verändern sich BA.4 und BA.5 im Verlauf der Pandemie?

Was die neuen Omicron-Subtypen unterscheidet, ist ihre verbesserte Fähigkeit, den Immunschutz zu verhindern. Nur dann hätten sie einen Vorteil gegenüber den bisherigen Varianten.

Eine der ersten umfassenden Studien südafrikanischer Omicron-Subvarianten kommt zu dem Schluss, dass SARS-CoV-2-Wellen beginnen könnten, sich in vorhersagbaren Mustern zu stabilisieren. Dies würde dazu führen, dass in regelmäßigen Abständen neue Wellen von Protokollen zirkulieren.

Dies seien „erste Anzeichen dafür, dass sich das Virus anders entwickelt als in den ersten beiden Jahren der Pandemie, als die Varianten wie aus dem Nichts auftauchten“, sagt Bioinformatiker Tulio de Oliveira von der Universität Stellenbosch in Süd-Afrika, der die Studie leitete .

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