Optimistische Anleger Der Ölpreis fällt, der DAX steigt

Marktbericht

Stand: 02.06.2022 12:53 Uhr

Anleger nutzen fallende Ölpreise, um Aktien zu kaufen. Wer weiß, wie lange die Freude anhält. Neue Zinssorgen könnten für Anleger von entscheidender Bedeutung sein.

Der DAX stieg um 0,7 Prozent auf ein 14-Punkte-Hoch von 14.463 Punkten. Die Aktienmärkte haben wohl ihre Zwischentiefs hinter sich gelassen, sagt Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank. „Aber auch wenn wir uns einigermaßen an die negativen Nachrichten gewöhnen, bleiben die Anleger nervös.“

Spekulationen vor dem OPEC+-Treffen

Vertrauen überwiegt derzeit. Grund dafür ist eine gewisse Entspannung am Ölmarkt. Sowohl ein Barrel (159 Liter) North Sea Brent als auch ein Barrel US West Texas Intermediate (WTI) sind heute deutlich billiger als gestern.

Im Vorfeld eines regulären Treffens des Ölförderverbands OPEC+ hatte Saudi-Arabien offenbar zugesagt, die Ölförderung zu erhöhen, falls die russische Produktion aufgrund westlicher Sanktionen deutlich sinken sollte, berichtete die Financial Times (FT). Es wird auch spekuliert, dass Russland das Ölkartell aufgeben muss. Ob die OPEC+ ohne Rücksicht auf Russland deutlich mehr Öl auf den Markt bringen kann, bleibt abzuwarten, sagt Carsten Fritsch, Rohstoffexperte der Commerzbank.

Hohe Energiepreise belasten einerseits die Wirtschaft, andererseits sind sie Treiber einer anhaltend hohen Inflation und drücken damit auch die Börsenkurse. Daher wirkt sich der Rückgang des Ölpreises günstig auf die Preise aus.

Der BdB fordert eine Zinswende

Etwas gedämpft wird die Stimmung hingegen durch die Äußerungen des privaten Bankenverbandes BdB, wonach sich die deutsche Bevölkerung langfristig auf die höchsten Inflationsraten einstellen muss. Die BoB fordert daher die EZB auf, Zinsinvestitionen zu beschleunigen. „Eine hohe Inflation belastet die Verbraucher und beunruhigt die Wirtschaft. Auch die Inflationserwartungen steigen deutlich an.

US-Konjunkturdaten im Fokus

Auch in den USA wird die Diskussion angesichts der zuletzt stärkeren Konjunkturdaten intensiv geführt. Gestern ist der Index der Einkaufsmanager der amerikanischen Fertigung überraschend gestiegen. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed im Herbst eine Pause einlegt, um die Zinsen anzuheben, sagt Michael Hewson, Brokerage-Investmentstratege von CMC Markets.

Besondere Bedeutung messen Anleger in diesem Zusammenhang heute den wöchentlichen Beschäftigungsdaten für die Vereinigten Staaten bei. “Sie liefern die neuesten Indikationen aus dem monatlichen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird. Die Konditionen sind solide und daher dürfte es einen ordentlichen Stellenzuwachs gegeben haben”, sagen Experten der Helaba.

Die Wall Street sollte fester öffnen

Je stärker sich der Arbeitsmarkt in den USA entwickelt, desto eher wird die US-Notenbank die Zinsen anheben, mit allen negativen Folgen für den Aktienmarkt. Anleger blicken nun jedoch gelassen in die nahe Zukunft. Futures-Amerikaner verweisen auf einen etwas festeren Handelsstart an der Wall Street.

China übertrifft die USA bei Patenten für digitale Kommunikationstechnologie

Laut einer Analyse des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) hat China sein Innovationstempo in der Digitaltechnik stark erhöht. In wichtigen Technologiebereichen sei die Zahl der veröffentlichten chinesischen Patentanmeldungen im Jahr 2021 deutlich gestiegen, teilte die Behörde mit. In der „digitalen Kommunikationstechnologie“, zu der die mobile Kommunikation, einschließlich des 5G-Standards, gehört, übertraf China die USA um 4.115 (2,4 Prozent weniger) mit 4.308 (6,8 Prozent mehr) veröffentlichten Anträgen.

RWE kauft niederländische Tankstelle in Vattenfall

Der Energiekonzern RWE will ein Gaskraftwerk von Vattenfall in den Niederlanden übernehmen und damit sein Wasserstoffgeschäft ausbauen. RWE hat angekündigt, das Gaskraftwerk „Magnum“ im niederländischen Eemshaven zu einem Preis zu erwerben, der dem Unternehmenswert von 500 Millionen Euro entspricht. Die seit 2013 in Betrieb befindliche Anlage hat eine Kapazität von 1,4 Gigawatt. Technisch lässt es sich so umbauen, dass es mit bis zu 30 Prozent Wasserstoff betrieben werden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, das Gaskraftwerk bis Ende des Jahrzehnts komplett auf Wasserstoff umzustellen.

Der Rheinmetall-Chef rechnet mit starkem Wachstum

Aufgrund der steigenden Waffennachfrage im Zuge des Ukrainekrieges stellt sich Rheinmetall auf eine deutliche Umsatzsteigerung ein. „In den nächsten Jahren sollen 20 Prozent Wachstum möglich sein“, sagte Armin Papperger, Chef des Rüstungskonzerns und Autozulieferer, dem Handelsblatt. Er fügte hinzu, dass der Umsatz mit Verteidigungsprodukten auf zehn Milliarden Euro steigen solle. Das wäre mehr als das Doppelte.

Cognac-Durst erhöht die Vorteile von Remy-Cointreau

Die starke Nachfrage nach Premium-Cognac in den USA und China sowie Sparmaßnahmen haben die Gewinne des französischen Spirituosenkonzerns Remy Cointreau in die Höhe getrieben …

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