Bei der morgendlichen Pressetour funktionierte auf dem Feld nicht alles so, wie es sollte. Das Konzept ist ziemlich kompliziert und wird technisch nur vom Beloufa-Schulungsteam des eigenen Herstellers EBB beherrscht. Die einzelnen Stationen im Raum, die nur von den blinkenden Bildschirmen und Monitoren beleuchtet werden, heißen „Screen Talk“, „Cheat Island“, „Console of Quiz“, „Press Key Port“, „Hand of Vengeance“, „Tax“. “. Haven Roulette“ und „Souvenirshop“. Sie lösen Spielscheine für zwei Euro, müssen Fragen und Aufgaben in den „Spielautomaten“ lösen und können echte Kunst gewinnen. All das ist humorvoll und parodistisch und auch eine Auseinandersetzung mit dem aktuelle NFT-Trommel im Kunstmarkt.
Damit reagiere die Secession auch auf die Pandemiezeit und die zunehmende Veränderung von Online-Begegnungen, sagte Daha im Gespräch mit der APA. Beloufa wird als Künstler geschätzt und bekam wie alle Gäste Carte Blanche, nun aber auch Gelegenheit das von ihm für Wien gestaltete „Pandemonium Pandemic“, eine erweiterte Version einer zuvor in Brüssel gezeigten Installation (2022 ). Bauen Sie Barrieren ab und holen Sie sich auch die Gaming-Community nach Hause.
Hardcore-Installationskunst hingegen erwartet ihn in der Galerie im Erdgeschoss: Die amerikanische Künstlerin B. Ingrid Olson zeigt in „Elastic X“ eine Gruppe von Skulpturen, die die vier Ecken eines Ausstellungsraums verändern, multidimensionale fotografische Objekte in der Fotografie, Installation und Skulptur kombiniert, sowie kleine Wandbehänge und irritierende anthropomorphe Keramiken. „Es geht um Sehen und Gesehenwerden“, sagt Kuratorin Annette Südbeck. “Ist es die Frage, wie sich der Körper zum Raum verhält?”
Einer ihrer ersten Frauen, Lieselott Beschorner, geboren 1927 und seit 1951 Mitglied der Künstlervereinigung, widmet die Secession im Graphischen Kabinett eine kleine Präsentation. “Wir sehen sie als Visionärin.” Tatsächlich wirken seine Puppas genannten Stofffiguren, seine kleinen Keramikskulpturen und eine Installation aus mit Schuhen verschlungenen Stoffbeinen wie Vorwegnahmen von Werken von Künstlerinnen wie Louise Bourgeois, Sarah Lucas oder Annette Messager.
Dass die Künstlerin, die in Wien-Gersthof in einer Villa lebt, eine Wand mit Zeichnungen einer Sekunde zeigt, die erst vor kurzem entstanden ist und deren Entstehung in dem auf der Leinwand laufenden Film „Sekundenarbeiten“ von Christina Perschon dokumentiert ist ist voll von seinen Kunstwerken, immer noch aktiv. Allerdings habe er das Haus schon lange nicht mehr verlassen können und Beschorners Gesundheit sei durch eine kürzlich ausgeheilte Kronenkrankheit beeinträchtigt, berichtete Daha. „Aber er ist unglaublich glücklich, zu diesem Ausgangspunkt zurückkehren zu können“, sagte Kurator Berthold Ecker, der den Künstler vor einem Jahrzehnt mit einer Ausstellung im MUSA wieder besuchte. Eine Publikation zur Ausstellung ist für August geplant.
SERVICE – “EBB & Neil Beloufa: Pandemic Pandemonium”, “B. Ingrid Olson: Elastic X”, “Lieselott Beschorner: In the Breath of Time”, Ausstellungen in der Secession, vom 29. Juni bis 4. September, Di – So 10 – 18 Uhr,)