Paraguay: Flüchtige Deutsche sprechen über angebliche Entführung von Kindern

Impfgegner mutmaßlich Töchter verschleppt: Flüchtige Deutsche sprechen in Paraguay

Anne Maja Reineger ist die (durchschnittliche) Mutter eines der beiden entführten Mädchen. Im Hintergrund ist ein Screenshot des Videos zu sehen, der die Gesichter der Mädchen und der mutmaßlichen Entführer zeigt.

©Daniel Duarte

01.06.2022, 17:58 1 Min. lesen

Ein Ehepaar in zweiter Ehe flieht mit seinen beiden Töchtern aus früheren Ehen nach Paraguay. Gegner der Impfung haben sich nun in einem Videoaufruf für keine weiteren Durchsuchungen ausgesprochen.

In einem Fall mutmaßlicher Kindesentführung zweier deutscher Mädchen in Paraguay sind die Flüchtigen nun in einer Videobotschaft aufgetaucht. “Es gibt Neuigkeiten über deutsche Mädchen, heißt es in einem Video”, sagte Staatsanwältin Carina Sanchez am Dienstagabend dem Fernsehsender ABC. „Wir haben Videomaterial erhalten, das die beiden Kinder zeigt, aber wir können den Hintergrund nicht verwenden, um ihren Aufenthaltsort zu bestimmen.“

In dem zweieinhalbminütigen Video sitzen die zehn- und elfjährigen Mädchen mit ihren Eltern vor einer weißen Wand und bitten darum, nicht noch einmal durchsucht zu werden. „Ich möchte, dass die Welt weiß, dass ich freiwillig gekommen bin und nicht entführt wurde“, sagte der 10-Jährige.

In zweiter Ehe miteinander verheiratet

Der Vater des einen Mädchens und die Mutter des anderen Mädchens sind in zweiter Ehe verheiratet und sollen im November letzten Jahres ohne Zustimmung ihrer jeweiligen Ex-Partner mit ihren beiden Kindern nach Paraguay ausgewandert sein. Gegen das Ehepaar liegt nach Angaben der paraguayischen Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl der internationalen Polizeibehörde Interpol vor.

Die paraguayische Polizei nahm bei der Durchsuchung einen 35-jährigen Mann fest. Die Familie soll ein Auto gemietet haben, das zuletzt in der Stadt Bella Vista gefunden wurde. Im Fahrzeug fanden die Ermittler Kinderkleidung. Bei einer Vernehmung wollen die Ermittler nun klären, ob der Mechaniker an den Flüchtigen mitschuldig ist.

Offener Brief an Flüchtlinge aus Paraguay

Der Anwalt der in Deutschland zurückgelassenen Eltern wandte sich in einem offenen Brief an die Geflüchteten. “Tun Sie das Richtige. Kontaktieren Sie uns oder die Behörden”, heißt es in dem Brief. „Unsere Kunden haben keine Angst vor Bestrafung. Sie wollen mit Ihnen eine Lösung finden, die allen eine friedliche Zukunft und Rückkehr zum normalen Leben ermöglicht.“

Medienberichten zufolge hinterließ das Paar einen Abschiedsbrief, in dem es sich gegen die Impfung von Mädchen gegen das Corona-Virus aussprach.

Dies ist DPA

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