Stand: 05.07.2022 14:44 Uhr
Der Euro verliert im Devisenhandel rapide an Wert. Am Mittag fiel die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Parität mit dem Dollar scheint möglich.
Der Kursverfall des Euro gegenüber der wichtigsten Währung der Welt, dem Dollar, scheint sich zu beschleunigen. Am Mittag war die Gemeinschaftswährung in Dollar so wenig wert wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Aktuell werden am Devisenmarkt nur noch 1,0297 $ pro Euro gezahlt, das entspricht nur einem Rückgang von rund 1,5 Cent im Vergleich zu gestern. Anfang des Jahres lag die Gemeinschaftswährung noch knapp unter 1,13 Dollar und damit zehn Prozent höher.
Tiefer Fall nach Jahren des Kletterns
Ende 2002 war der Euro zum letzten Mal gegenüber dem Dollar gefallen, gefolgt von einem Anstieg von rund 1,50 $, vor der Hypothekenkrise und nach der Hypothekenkrise Euro mit Griechenland fast im Bankrott des Euro-Dollars. wieder.
Unterdessen sehen Analysten selbst Parität als mögliches Szenario. Es wäre das erste Mal seit Einführung der gemeinsamen Währung im Jahr 1999, dass der Euro weniger wert wäre als der Dollar.
Die Gaskrise macht die Rezession in Europa wahrscheinlich
Experten sehen den Grund für den derzeit beschleunigten Fall des Euro in der Gaskrise, die die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Europa deutlich erhöht. „Es wird für den Euro weiterhin sehr schwierig sein, sich deutlich zu erholen, da sich die energiepolitische Lage verschlechtert und die Risiken für das Wirtschaftswachstum deutlich zunehmen“, sagte Derek Halpenny, Analyst bei der Finanzholding MUFG.
Auch Fiona Cincotta vom Broker City Index sieht das Risiko, dass sich das Wachstum in der Eurozone gegen Ende des zweiten Quartals und in den kommenden Monaten verlangsamt. In den USA steigt der Dollar auch unter der Annahme, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter „aggressiv“ anheben wird, um die Inflation einzudämmen.
Schnellere Transformation der US-Zinssätze
Die US-Notenbank geht mit der Zinsänderung deutlich schneller voran als die Europäische Zentralbank (EZB). Auch die US-Notenbank hat die Zinsen deutlich früher angehoben. Aufgrund der höheren Zinssätze ist der Dollar auf den Devisenmärkten besonders gefragt, und der Kurs steigt.
Nicht zuletzt treibt der Nimbus des Dollars als Krisenwährung viele Anleger an den internationalen Kapitalmärkten in Richtung „grüner Schein“. Der Dollar wird von vielen Anlegern als sogenannter sicherer Hafen angesehen; Anleger, die das Risiko minimieren wollen, legen ihr Geld daher lieber in Dollar als in Euro an.