Stand: 14.08.2022 14:28
Dieser Plan könnte zu weiteren Verspätungen für Bahnpendler führen: Die Bundesregierung will den Transport von Öl, Gas und Kohle auf der Schiene priorisieren. Der Grund: die Energiekrise.
Von Birthe Sönnichsen, ARD-Hauptstadtstudio
Wegen der Energiekrise ist die Bundesregierung auf Kohle und Öl zurückgekehrt. Dies führt zu logistischen Problemen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte bereits angekündigt, dass Züge mit Kohle, Öl oder Gas Vorrang haben sollen. Gemeinsam mit Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) arbeitet er an der entsprechenden Regelung.
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Ein Entwurf liegt der Nachrichtenagentur dpa jetzt vor. Folglich sollte sichergestellt werden, dass Kraftwerke und Kohleraffinerien ausreichend versorgt werden. Vorfahrt für den Energietransport bedeutet auch: noch mehr Verspätungen für den Personenverkehr. Fern- und Regionalzüge müssen dann im Zweifel warten.
Es werden weitere Staus auf dem Schienennetz befürchtet
Bundesverkehrsminister Wissing räumte ein, dass einige Hauptstrecken bereits überlastet seien. Auch das Bündnis pro Schiene befürchtet, dass beispielsweise eine Priorisierung des Kohletransports zu einer zusätzlichen Überlastung des Schienennetzes führt.
Ein weiteres Problem sehen die Minister in den Niedrigwasserständen der Flüsse. Dadurch kann derzeit deutlich weniger per Schiff transportiert werden.
Habeck sagte, es gebe derzeit mehrere ineinandergreifende Krisen: die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Energiekrise und die Folgen der Klimakrise. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssten nun ungewöhnliche Maßnahmen ergriffen werden, argumentiert der Wirtschaftsminister.
Der Energietransport muss Vorrang vor dem Schienentransport haben
Birthe Sönnichsen, ARD Berlin, 14. August 2022 13:59