Potsdam im Finale chancenlos Wolfsburg siegt und erzielt einen DFB-Pokal-Rekord
28. Mai 2022, 18:37 Uhr
Seit 2013 sind die Fußballer des VfL Wolfsburg im DFB-Pokal ungeschlagen, diese Serie setzt sich auch im Endspiel 2022 fort. Gegner Turbine Potsdam bemüht sich, ist am Ende aber 90 Minuten klar unterlegen. Die Niedersächsinnen komplettieren das Double und können gleich zwei Rekorde halten.
Mehr Spaziergang als Kraftakt: Der VfL Wolfsburg ist nach wie vor das Maß aller Dinge im deutschen Frauenfußball. Dank eines klaren 4:0 (3:0)-Erfolgs über Turbine Potsdam im Pokalfinale gelang der Mannschaft von Trainer Tommy Stroot der perfekte Doppelpack und egalisierte die bisherige Bestmarke von 1. FFC Frankfurt mit insgesamt neun Titeln in diesem Wettbewerb. Es war auch ein emotionaler Abschied für die langjährige VfL-Torhüterin Almuth Schult, die zur kommenden Saison in die USA wechselt.
Vor 17.531 Zuschauern in Köln sicherten sich Ewa Pajor (11./33.), Jill Roord (42.) und Dominique Janssen (69.) den achten Sieg in Folge im Norddeutschen Pokal. Turbine Potsdam hingegen muss auf den ersten großen Erfolg seit der Deutschen Meisterschaft 2012 warten.
Anders als bei den verschiedenen Endspielen der vergangenen Jahre an gleicher Stelle mit Verlängerung und Elfmeterschießen retteten die Wolfsburger diesmal die Aufregung. Wie in den beiden Bundesliga-Spielen gegen Potsdam mit zwei 3:0-Siegen waren die Abwehrspieler erneut die beste Mannschaft und holten nach 2013, 2017, 2018, 2019 und 2020 mit dem 40. Sieg in einem Pokalspiel das sechste Double in Folge. .
Potsdam verändert sich schnell, aber zu vage
Wie erwartet übernahm der VfL von Beginn an das Kommando. Aber es war ein offensichtliches Bestreben von Potsdam, ihre Fähigkeit zum Angriff auf die Flanken zu nutzen. Nach einem Pass von Maria Plattner tauchte Karen Holmgaard (8.) frei vor dem Wolfsburger Tor auf, wurde aber in letzter Minute geblockt. Anders als der Rivale nutzte der Seriensieger der letzten Jahre die erste Gelegenheit, um in Führung zu gehen. Pajor kontrollierte den Ball nach einer kurzen Ecke sauber und schlenzte zu dem, der das ganze Netz offen vor sich hatte, aber nur den Pfosten traf.
Potsdam setzte weiterhin auf schnelle Wechsel, fehlte es aber meist an Genauigkeit beim letzten Pass. Diese Harmlosigkeit sollte sich wenig später rächen. Durch die Führung ermutigt, erspielte sich Wolfsburg weitere Feldvorteile und kam dem Turbinenziel immer näher. Die starke Svenja Huth verpasste mit ihrem Schuss ohne Platzierung aus 12 Metern das mögliche 2:0 (25.).
Und doch sorgte der VfL vor der Pause für klare Verhältnisse. Pajor köpfte nach einer Hereingabe von Lynn Wilms ins Tor und schickte den Ball aus kurzer Distanz über die Latte. Roords Fernschuss hätte nach 11 Minuten eigentlich das Netz treffen müssen, ging aber knapp am Tor vorbei. Geprüft wurde Schult erst nach Wiederanpfiff, als er einen Holmgaard-Kopfball geschickt stoppte (51.). Obwohl Potsdams Außenseiter nun mutiger wirkte, war der Sieg der Wolfsburger nie in Gefahr. Janssen tat sich auf dem nassen Rasen schwer – von seiner typischen Technik war heute nichts zu sehen.