Prozess Blatter – Platini – “Böswillig getäuscht”: Fifa will 2,2 Millionen Franken zurückzahlen

  • Im Zwei-Millionen-Prozess gegen Sepp Blatter und Michel Platini fordert die Fifa-Vertreterin in ihrer Stellungnahme die Rückzahlung des Geldes, das an den ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini überwiesen wurde.
  • Platini sagte, die FIFA sei “aus Bosheit getäuscht” worden.

Im Vertrag zwischen Michel Platini und der Fifa findet sich kein Hinweis darauf, dass die ihm gezahlten 300’000 Franken nur eine «Anzahlung» waren und der ehemalige UEFA-Präsident für seine Beratungstätigkeit jährlich eine Million Franken erhalten sollte. Das sagte Fifa-Verteidigerin Catherine Hohl-Chirazi vor dem Bundesstrafgericht.

1998 stellte der neu gewählte FIFA-Präsident Blatter den ehemaligen Fußballstar Platini als Berater ein. Sie einigten sich schriftlich auf ein Jahreshonorar von CHF 300’000. Acht Jahre später schickte Platini der FIFA eine Rechnung über zwei Millionen Schweizer Franken. Grund: Er und Blatter einigten sich zunächst mündlich auf einen Millionenanteil.

Betrugsvorwürfe der Bundesanwaltschaft gegen Blatter und Platini

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Bundesanwaltschaft wirft Blatter und Platini Betrug vor. Blatter soll zwischen Juli 1998 und Juni 2002 eine Zahlung von 2 Millionen Dollar für angebliche FIFA-Beratungsleistungen für die FIFA genehmigt haben.

Die beiden Angeklagten hatten die Vorwürfe vergangene Woche vor dem Bundesstrafgericht Bellinzona klar zurückgewiesen. Platini sieht den Vorwurf als Verschwörung, um ihn daran zu hindern, FIFA-Präsident zu werden, und um den Weg für Gianni Infantino freizumachen.

Die Hauptverhandlung vor dem Strafgericht dauert bis zum 22. Juni. An den elf Verhandlungstagen finden die Debatten jeweils nur vormittags statt, längstens bis 13.30 Uhr. Der Gesundheitszustand von Joseph Blatter lässt maximal vier Stunden am Tag zu. Die FIFA tritt in dem Verfahren als Privatklägerin auf. Der Prozess ist für den 8. Juli angesetzt.

Laut Hohl-Chirazi wurde die Zahlung nicht ratifiziert. Die Bezahlung stand nicht auf der Tagesordnung, noch wurde darüber gesprochen oder geredet. Zudem gab Platini nicht bekannt, die Summe erhalten zu haben.

Die FIFA sei nicht schuld, sagte der Verteidiger vor Gericht. Die Zwei-Millionen-Zahlung am 1. Februar 2011 war für FIFA-Mitarbeiter unverständlich. Es taucht nirgendwo auf, sagte Hohl-Chirazi. Dies deutet darauf hin, dass die Zahlung ohne rechtlichen Grund erfolgt ist.

Die Anhörung wird am Freitag mit der Verteidigung von Joseph Blatter fortgesetzt.

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