Rosencrantz will „zurück nach Österreich“

Rosencrantz begann seine Rede mit einem Zitat aus „Das Glück und Ende des Königs Ottokar“ von Franz Grillparzer: „Es ist ein gutes Land, es lohnt sich, einen Fürsten zu haben!“ Er habe großen Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten, er sei bereit, all jenen ein Angebot zu unterbreiten, die unter der “Evolution der letzten Jahre” gelitten hätten.

Er wollte „Freiheit“, „Wohlstand“ und „Neutralität“ zurückgewinnen und warf der Regierung vor, diese Werte leichtfertig aufzugeben. Damit bezog er sich auf die CoV-Maßnahmen, den exzessiven Preisanstieg und die Einstellung zum Krieg in der Ukraine.

„Das sind besondere Momente, in denen wir leben“, sagte Rosenkranz mit Blick auf diese verschiedenen Krisen, die immer mehr Ängste in der Bevölkerung erzeugten, und auf die Politik, die seiner Meinung nach jeden Tag enttäuschend war. Vorbei sind die Zeiten, in denen eine bessere Zukunft zu erwarten war.

APA / Tobias Steinmaurer Rosenkranz und Kickl eröffnen den Wahlkampf der FPÖ Hofburg im DC Tower in Wien

Regierung „in Ungnade fallen“.

Die Bundesregierung habe Österreich in einen Wirtschaftskrieg gelockt und ihm auch neutralitätspolitisch „einen seltsamen Absturz“ eingeflößt. Das werde er “als Bundespräsident nie loslassen”.

Debatte

Wie spannend wird das Rennen um die Hofburg?

An seinem geplanten Auftritt ließ er keinen Zweifel: Erst wollte er es anhand von Gesprächen beweisen, schließlich hatte er aber auch die Möglichkeit, die Regierung abzusetzen und den Nationalrat aufzulösen und damit Neuwahlen zu organisieren.

Auch gegenüber der EU machte Rosenkranz keinen Hehl aus seiner Skepsis: Europäische Zusammenarbeit sei zwar ein Friedensprojekt, aber es gebe noch Luft nach oben. „Bisher konnte ich mit der EU koexistieren“, sagte er, obwohl er sich eine stärkere österreichische Komponente wünschen würde.

Strikte Trennung vom Amt des Ombudsmannes

Rosenkranz betonte, er kandidiere für die FPÖ, wolle aber beim Ombudsmann bleiben, mit einer strikten Trennung zwischen beiden Funktionen. Er dankte Kickl für sein Vertrauen, würdigte aber auch Susanne Fürst, die lange als Favoritin der FPÖ galt. Kickl tat es ihm gleich, merkte aber an, dass es Fürst gewesen sei, der im Dreiergespräch die Erweiterung der politischen Erfahrung Rosenkranz’ als Argument für seine Kandidatur vorgebracht habe.

Erstes Statement von FPÖ-Kandidat Hofburg Rosencrantz

FPÖ-Präsidentschaftskandidat Walter Rosenkranz trat am Mittwoch erstmals in seinem neuen Amt öffentlich auf. Der amtierende Ombudsmann ließ keinen Zweifel daran, dass er beispielsweise die Linie von Parteichef Herbert Kickl gegen die CoV-Politik unterstützen wollte.

Auf die Frage nach seinen Zielen sagte Rosenkranz, er hoffe, einen zweiten Wahlgang gegen Amtsinhaber Alexander Van der Bellen zu erreichen und mindestens 50 Prozent plus eine Stimme zu erhalten.

„Solidarität mit den betroffenen Bürgern“

Er begründete seine Kandidatur auch damit, dass er als kommissarischer Sachwalter bereits “den Schulterschluss mit den betroffenen Bürgern” haben wollte. Er wird dies auch weiterhin tun. Rosencrantz hat versichert, er werde keinen “brutalen Wahlkampf” führen, aber auch keinen “lustigen Witz-Wahlkampf”.

Kickl war von seiner Entscheidung zutiefst überzeugt. Rosencrantz sei ein Bürgerlicher, eine starke Persönlichkeit, ein prominenter Jurist und ein leidenschaftlicher Parlamentarier, lobte er seinen Kandidaten. Darüber hinaus sei es der ideale Kandidat für diejenigen, „die eine seriöse, leistungsstarke und nachhaltige Alternative zum Amtsinhaber suchen“. Und: “Lieber Walter, du bist in der besten politischen Ära.”

APA/Herbert Neubauer Rosenkranz hofft auf den Einzug in die zweite Runde gegen Van der Bellen

Langjährige politische Erfahrung

Der niederösterreichische Jurist Rosenkranz – der am 29. Juli 60 Jahre alt wird – war von 2008 bis 2019 Nationalratsabgeordneter und von 2017 bis 2019 geschäftsführender Vorsitzender des FPÖ-Klubs. Zudem war er Landesvorsitzender der FPÖ Niederösterreich von 2013 bis 2019. Seit dem 1. Juli 2019 ist er Volksverteidiger. Übrigens ist der Kremser nicht verwandt mit Barbara Rosenkranz, die 2010 als Kandidatin für die FPÖ in der Hofburg kandidierte und 15,24 Prozent bekam damals das schwächste Ergebnis der nun sechs liberalen Kandidaten.

Leicht dürfte es dem aktuellen FPÖ-Kandidaten auch nicht werden. Auf der einen Seite sitzt Amtsinhaber Alexander Van der Bellen fest im Stuhl. Auf der anderen Seite wollen mindestens zwei weitere Kandidaten kandidieren, deren Programm inhaltlich den liberalen Ansichten ähnelt: So kritisierte der frühere BZÖ-Politiker Gerald Grosz ebenso wie der Chef der MFG-Liste CoV-Maßnahmen und Sanktionspolitik gegen Russland , der Impfungen kritisch gegenübersteht, Michael Brunner.

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