Sanktionen gegen Russland Die EU kämpft weiter für ein Ölembargo

Stand: 29.05.2022 19:57

Ein Kompromissvorschlag der EU-Kommission soll Ungarn überzeugen, doch ein Verbot russischer Ölimporte zu akzeptieren. In den ersten Beratungen vor dem Sondergipfel ist bisher keine Einigung erzielt worden. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Im Streit um das Importverbot für russisches Öl gibt es offenbar bislang keine Lösung. Nach Angaben privilegierter Kreise haben sich die EU-Staaten bei ihrem ersten Treffen vor dem Sondergipfel nicht geeinigt. Die Verhandlungen sollen am Montagmorgen fortgesetzt werden. Ursprünglich war geplant, das Ölembargo im Rahmen eines sechsten Sanktionspakets gegen Russland umzusetzen.

Ein neuer Kompromissvorschlag der EU-Kommission sieht vorerst nur den Ausstieg aus dem Ölimport per Schiff vor. Daher wäre das durch die riesige Druschba-Gaspipeline transportierte Öl bis auf weiteres vom Embargo ausgenommen. Dies würde es Russland ermöglichen, einen Teil seiner Geschäfte mit EU-Unternehmen fortzusetzen.

Nach EU-Angaben floss etwa ein Drittel der gesamten Fördermenge über die Druschba-Gaspipeline. Sie beliefert Raffinerien in Ungarn, der Slowakei und Tschechien sowie in Polen und Deutschland.

Die EU-Kommission will Importe schnell stoppen

Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen am Montag und Dienstag in Brüssel über die Folgen des Ukraine-Krieges beraten. Dies sei die fortgesetzte Unterstützung der EU für die Ukraine, aber auch ihre Bemühungen, von russischen Energiequellen wie Gas und Öl unabhängig zu werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Anfang Mai angekündigt, dass das Embargo bis Ende des Jahres in Kraft treten soll.

Habeck forderte, dass Deutschland beim EU-Gipfel mit einer Stimme spreche und die häufigen Stimmenthaltungen aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Regierungskoalitionen beendet würden. Er erwartet sie von Deutschland selbst, aber auch von anderen EU-Staaten. Es ist wichtig, dass dieses Jahr genutzt wird, um die Weichen der Wirtschaftspolitik in Europa und Deutschland zu stellen, damit im nächsten Jahr wieder ein kräftiger Aufschwung beginnen kann.

Die aktuellen EU-Verhandlungen dürften jedoch keinen Einfluss auf die Entwicklung in Deutschland haben. Während noch immer große Mengen russischen Öls über die Druschba-Pipeline in die DDR fließen, strebt die Bundesregierung ungeachtet des geplanten EU-Ölembargos eine drastische Reduzierung der Importe an. Die russischen Ölimporte nach Deutschland sollen sich in naher Zukunft halbieren und dann bis Ende des Jahres fast vollständig zum Erliegen kommen.

Ungarns Veto gegen Importverbot

In der EU gibt es seit Wochen Streit über Pläne, russische Ölimporte zu verbieten, weil Ungarn bisher nicht bereit ist, das Projekt zu unterstützen. Das Land begründet dies mit seiner starken Abhängigkeit von russischen Öllieferungen und den hohen Kosten des Wechsels zu anderen Lieferanten. Ungarn will ein Embargo nur akzeptieren, wenn es EU-Milliardenhilfen oder mächtige Sonderregeln bekommt.

Der ursprüngliche Vorschlag der Europäischen Kommission sah vor, die Importe von russischem Rohöl aufgrund des Krieges in der Ukraine in sechs Monaten und von Ölprodukten in acht Monaten zu beenden. Ungarn und die Slowakei sollten 20 Monate alt sein. Bisher ist es der ungarischen Regierung nicht gelungen, die ungarische Regierung zu Verbesserungen zu bewegen.

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