Stand: 16.06.2022 16:34
Polizisten in Thüringen, Schleswig-Holstein und Berlin durchsuchten mit einem Großaufgebot die Räume der Tatverdächtigen rechts vom Tatort. Unter anderem ging es um Drogenhandel und Geldwäsche – es gab sieben Festnahmen.
Im Zuge einer Drogenrazzia rechts haben mehr als 500 Einsatzkräfte in Thüringen und Spezialeinheiten anderer Bundesländer Gebäude in Thüringen, Schleswig-Holstein und Berlin durchsucht. Nach Angaben des Thüringer Landeskriminalamtes (TLKA) kam es zu Razzien in insgesamt 26 Wohn- und Geschäftsräumen.
Gegen 14 Verdächtige wird ermittelt, sieben wurden festgenommen, einer davon im Urlaub in Griechenland. Ihm werden Drogenhandel in Banden, Geldwäsche und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.
Vier Verdächtige sollen den Neonazi-Gruppen „Turonen“ und „Garde 20“ angehören: Es handele sich um eine „sehr, sehr radikale und gewalttätige Form der extremen Rechten“, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier. Die Ermittler zählen die verbliebenen Verdächtigen zur “Drogenszene”.
Bei den Durchsuchungen wurden Vermögenswerte im Wert von rund 1,4 Millionen Euro, mehrere Kryptowährungen, eine große Menge Bargeld und Kryptowährungen, eine kleine Menge Betäubungsmittel, Anabolika und drei scharfe Schusswaffen beschlagnahmt. Auch gefälschte Impfausweise wurden gefunden.
“Hills”: Organisierte Kriminalität und ganz rechts
Nach Angaben des Thüringer Verfassungsschutzes handelt es sich bei den „Hills“ und ihrer Selbsthilfegruppe „Garde 20“ um zwei Neonazi-Gruppen, die als Rocker auftreten und im „kriminellen Umfeld“ agieren. Zusammen bilden sie die „Bruderschaft Thüringen“, die Räume in Ballstädt und Gotha hat.
Innenminister Maier bezeichnete das Vorgehen als “effektiv” gegen das Mischszenario aus Rechtsextremismus und organisierter Kriminalität. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera sagte: „Ich möchte nicht ausschließen, dass auch im Bereich der rechten Szene erhebliche Gewinne erzielt wurden.“ Das sollen nun weitere Untersuchungen zeigen.