Aktualisiert am 30.07.2022 um 09:22 Uhr
- Der erste Pockentote wurde in Europa gemeldet.
- In der valencianischen Gemeinschaft im Osten Spaniens ist eine Person an der Krankheit gestorben.
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Der erste Todesfall durch eine Affenpockeninfektion wurde in Spanien registriert. Laut dem staatlichen Fernsehen RTVE und anderen spanischen Medien ist es auch der erste Todesfall in Europa. Der Infizierte sei in der valencianischen Gemeinschaft im Osten des Landes an der Krankheit gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. In einem Lagebericht zum aktuellen Ausbruch der Affenpocken Anfang dieser Woche verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt fünf Todesfälle, alle in der afrikanischen Region.
Über die in Spanien verstorbene Person wurden zunächst keine weiteren Informationen veröffentlicht. Spanien ist eines der am stärksten von der Krankheit betroffenen Länder der Welt. Von den 4.298 bisher im ganzen Land registrierten Infektionsfällen hätten nur 120 einen Krankenhausaufenthalt erforderlich gemacht, sagte er.
Brasilien meldete am Freitag auch seinen ersten möglichen Tod im Zusammenhang mit Affenpocken. Allerdings handele es sich um einen Patienten mit anderen relevanten Komorbiditäten, teilte das Gesundheitsministerium in Brasilia in einer Pressekonferenz mit. Der Fall wird noch geprüft.
WHO: Hohe Alarmbereitschaft aufgrund der schnellen Ausbreitung von Affenpocken
Angesichts der rasanten Ausbreitung der Affenpocken hat die WHO am vergangenen Wochenende die höchste Alarmstufe ausgerufen. Der Ausbruch sei ein „Notfall von internationaler Bedeutung“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag in Genf. Die internationale Ausbreitung der Krankheit ist äußerst ungewöhnlich. Bisher beschränkt es sich im Wesentlichen auf sechs afrikanische Länder.
Die WHO-Klassifikation soll die Regierungen der Mitgliedsländer ermutigen, Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs zu ergreifen. Sie sollen Ärzte und Kliniken sensibilisieren, bei Verdachtsfällen Schutzmaßnahmen ergreifen und die Bevölkerung darüber aufklären, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen kann.
Laut Tedros waren am Wochenende bereits mehr als 16.000 Fälle von Pocken in 75 Ländern bestätigt worden. Europa ist besonders betroffen. Anders als im Rest der Welt schätze die WHO das Infektionsrisiko laut dem WHO-Chef als hoch ein. Der Ausbruch konzentriert sich derzeit auf Männer, die Sex mit Männern haben, insbesondere wenn sie mehrere Partner haben, sagte er. Tedros warnte die WHO jedoch davor, diese Gruppen zu stigmatisieren.
Unterdessen schickte die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides einen feurigen Brief an die für die EU-Staaten zuständigen Minister. Die Europäische Union sei das Epizentrum der entdeckten Fälle, hieß es in dem Schreiben vom Mittwoch. „Dies ist keine Zeit für Selbstzufriedenheit und wir müssen weiterhin zusammenarbeiten, um den Ausbruch zu kontrollieren.“
Im Zusammenhang mit dem von der WHO ausgerufenen Notfall sei es unter anderem wichtig, dass die EU-Staaten über robuste Systeme zur Überwachung der Situation und zur Meldung neuer Fälle verfügten, schrieb Kyriakides. Das fehlte zu Beginn der Corona-Pandemie. Eine effektive Kontaktverfolgung und gegebenenfalls Isolation könnten ebenfalls dazu beitragen, den Ausbruch einzudämmen. Am wichtigsten ist aber wohl die öffentliche Kommunikation über die Risiken. Dies solle verstärkt werden, „insbesondere zur Sensibilisierung – ohne Panik oder Stigmatisierung auszulösen“. ©dpa
Aktualisiert am 26.07.2022 um 15:11 Uhr
Gesundheitspersonal in Chicago kritisiert, dass es vor Ort nicht genügend Impfstoff gebe. Am Wochenende hatte die WHO wegen der Ausbreitung von Virusinfektionen den Gesundheitsnotstand ausgerufen.