Stadtwerke: Milliardenumsatz, wenig Gewinn

Der geringere Gewinn „ist hauptsächlich auf die Preisentwicklung auf den internationalen Energiemärkten zurückzuführen“, sagte CEO Martin Krajcsir am Mittwoch auf der Pressekonferenz. Aufgrund hoher Gaspreise stieg der Materialaufwand von 1,4 Mrd. € im Jahr 2020 auf 2,5 Mrd. € im Jahr 2021.

Energieversorger kaufen Gas zu Marktpreisen ein, zahlen also aktuell knapp 100 Euro für eine Megawattstunde. Sie kaufen 24 Monate im Voraus, was zu einem gemischten Preis führt und Sie können den Störungen der letzten Monate etwas besser standhalten. „Aber preislich sieht die Zukunft derzeit nicht sehr gut aus“, sagte Peter Weinelt, Stellvertreter von Krajcsir.

Einer der größten Emittenten von CO2

Die Wiener Stadtwerke sind mit ihrer Tochtergesellschaft Wien Energie und ihren Gaskraftwerken nach voestalpine und OMV einer der größten CO2-Emittenten in Österreich. Im Jahr 2021 sanken die Treibhausgasemissionen der Stadtwerke auf 2,3 Millionen Tonnen, nach 2,6 Millionen Tonnen im Jahr 2020 und 3,8 Millionen Tonnen im Jahr 2019, heißt es in dem ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Stadtwerke Nachhaltigkeit.

Wie Weinelt erklärte, sanken die CO2-Emissionen in den Jahren 2020 und 2021 vor allem, weil die Wiener Gaskraftwerke in den beiden Kronenjahren weniger häufig genutzt wurden als vor der Krise 2019. Energien werden gezündet, wenn ein hoher Bedarf besteht, um das Netz zu stabilisieren in ganz Österreich. Laut Nachhaltigkeitsbericht sind Stromerzeugung und Fernwärme für mehr als 98 Prozent der CO2-Emissionen der Wiener Stadtwerke verantwortlich.

Wien Energie erzeugt in seinen Kraftwerken wie Simmering sowohl Strom als auch Fernwärme aus Erdgas. 2040 wollen die Stadt und ihre kommunalen Versorger Fernwärme in Geothermie und Großwärmepumpen klimaneutral umwandeln. Auch in anderen Bereichen wollen die Stadt- und Gemeindewerke ihren Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise leisten.

Eines der 25 größten Unternehmen Österreichs

Kommunale Dienstleistungen spielen in den Zielen der Bundeshauptstadt eine zentrale Rolle. Zwischen 2022 und 2026 werde das Unternehmen 6,2 Milliarden Euro investieren, davon 5,7 Milliarden Euro klimafreundlich, sagte der Stadtwerke-Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Teil der Investitionssumme ist auch der U-Bahn-Ausbau der Tochtergesellschaft der Stadtwerke Wiener Linien mit rund 3 Milliarden Euro. Ziel des Ausbaus des ÖPNV ist die Eliminierung des Straßenverkehrs.

Mit mehr als 15.000 Beschäftigten gehören die Wiener Stadtwerke zu den 25 größten Unternehmen Österreichs. Ein Drittel der Mitarbeiter wird 2030 in Rente gehen.

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