Starke Unwetter: Zwei Menschen in Kärnten vermisst

Heftige Regenfälle, Unwetter, Hagel und Unwetter haben in einigen Teilen Österreichs zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Besonders dramatisch ist die Lage in Kärnten und Salzburg.

Die Unwetter haben heute Nacht viele Teile Österreichs sehr gefordert. Besonders betroffen war Kärnten, wo zwei Gemeinden ein Katastrophenschutzbescheid erging. Hier werden zwei Personen vermisst. Die Gemeinde Arriach ist weitab von der Außenwelt. Auch in Salzburg wurde der Zivilschutzalarm ausgelöst. Auch in Oberösterreich, Tirol und der Steiermark werden Feuerwehrleute gebraucht.

In Kärnten haben schwere Unwetter in der Nacht zum Mittwoch ganze Dörfer im Bezirk Villach-Land verwüstet. Bäche traten über die Ufer, Schlammlawinen flossen und begruben die Häuser bis ins Erdgeschoss. In der Gemeinde Treffen wurden am Vormittag zwei Personen vermisst, bestätigte der Bezirkshauptmann Bernd Riepan laut Medienberichten.

Wie Riepan sagte, gibt es Berichte über eine Person, deren Auto auf Grund lief und die von den Fluten mitgerissen worden sein soll: „Aber das ist noch nicht verifiziert.“ Der zweite Bericht bezieht sich auf eine Person, die in einer Garage verschüttet wurde: „Die Trümmermassen sind bis zu anderthalb Meter hoch. Die Masse ist hart wie Beton“, berichtete Riepan.

Lage in der Kärntner Gemeinde APA/GERT EGGENBERGER Treffen

„Alle Verbindungsstraßen wurden abgerissen“

Die Gemeinde Kärnten d’Arriach ist von der Außenwelt isoliert. Bürgermeister Gerald Ebner (FPÖ) sagte: „Alle Verbindungsstraßen sind abgerissen.“ In der Gemeinde gibt es einen Zivilschutzalarm, er arbeitet im Notbetrieb. „Wir versuchen, die Situation irgendwie in den Griff zu bekommen. Wir warten derzeit auf schweres Gerät der Bundeswehr, das wir dringend brauchen.“

Auch innerhalb der Gemeinde sind Verkehrswege unpassierbar. „Einige Höfe sind derzeit nicht einmal zu Fuß erreichbar“, berichtet Ebner. Jetzt versuchen vor allem Feuerwehrleute, Kontakt zu den abgeschnittenen Häusern aufzunehmen. Bisher habe er keine Meldungen über Vermisste in seiner Gemeinde erhalten, sagte Ebner. Zunächst war unklar, wie lange es dauern würde, bis die Armee auf Arriach vorrücken könnte.

Die Menschen sollten das Haus nicht verlassen

Für die Einwohner von Tamsweg im Salzburger Lungau wurde am Mittwochmorgen Zivilschutzalarm ausgelöst. Die Bekanntmachung ist spezifisch für den unteren Teil des Marktes. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben, Tiefgaragen und Keller nicht zu betreten und sich von Ufern und Brücken fernzuhalten. Das Land teilte mit, dass den Anweisungen der Behörden und der Einsatzkräfte des Standorts Folge zu leisten sei.

Seit Dienstagabend haben Unwetter und Regenfälle im Lungau für zahlreiche, zunächst kleinere Einsätze gesorgt. Die Bäche traten über die Ufer, es gab kleine Schlammlawinen auf den Straßen und Staus in den Bächen. Die Freiwilligen Feuerwehren sind hauptsächlich mit Reinigungs- und Pumparbeiten im Raum Tamsweg und Ramingstein beschäftigt. Angesichts des steigenden Wasserspiegels würden aber laufend neue Einsätze hinzukommen, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos.

Hochwasser und Blitzschlag in Oberösterreich

In Oberösterreich waren für rund 100 Einsätze 60 Feuerwehren mit rund 900 Einsatzkräften erforderlich. Bei den meisten Einsätzen wurden Keller geflutet. Aber es gab auch Verkehrsunfälle und umgestürzte Bäume, Blitze in Häusern und Wirtschaftsgebäuden und Brände.

Auch an diesem Mittwochmorgen kam es wieder zu vereinzelten Überschwemmungen mit einsetzenden leichten Regenfällen und Stürmen. Das Landesfeuerwehrkommando plant im Laufe des Tages weitere Einsätze. In der Nacht zum Dienstag haben Starkregen, Unwetter, Stürme und Hagel, zum Teil golfballgroß, erhebliche Schäden in der oberösterreichischen Landwirtschaft angerichtet.

Golfballgroße Hagelkörner fielen in Oberösterreich vom Himmel. FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMAYR

Straßensperre in Tirol

In Tirol wurde die spätere Pitztalstraße (L 16) nach zwei Muren am Dienstagnachmittag vorübergehend gesperrt. 100 bis 150 Menschen waren zunächst im Bereich des Talschlusses bzw. der Talstation des Pitztaler Gletschers von der Außenwelt isoliert. Sie könnten aber am Standort gut betreut werden, teilte das Land mit.

Am Abend wurde die Straße endlich wieder für den Verkehr freigegeben. Keiner wurde verletzt. Auch Fahrzeugschäden wurden nicht bekannt.

Auch heute Sturm und Regen

Auch in der Steiermark sind die Einsatzkräfte seit Dienstagabend stark nachgefragt. Im Stadtteil Murau wurden einige Weingüter und Straßen überflutet und Bäume umgestürzt. In der Gemeinde Krakau wurden mehrere Hausdächer beschädigt oder bedeckt. Die Feuerwehr Murau war mit mehr als 20 Fahrzeugen und fast 200 Mann mehrere Stunden im Einsatz. Im Stadtteil Stadl kam es zu Erdrutschen.

Auch heute ist nicht alles klar. In Kärnten, Salzburg, der westlichen Obersteiermark, Oberösterreich und dem westlichen Niederösterreich wird es zahlreiche Regenschauer und Unwetter geben. Im östlichen Niederösterreich, im Großraum Wien und im Burgenland wird es laut Zamg hingegen bis auf wenige Ausnahmen trocken bleiben.

(APA / schev)

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