Statue des ägyptischen Architekten Imhotep mit einer Fundgrube an Artefakten
31.05.2022, 08:38 Uhr
Auch nach unzähligen Ausgrabungen finden Archäologen immer wieder neue Überraschungen in Ägypten. Allein in der altägyptischen Nekropole Sakkara wurden in den vergangenen Monaten hunderte neue Sarkophage und Statuen entdeckt.
Archäologen haben bei Ausgrabungen in der altägyptischen Nekropole von Sakkara 250 Sarkophage und 150 Bronzestatuen freigelegt. Darunter befindet sich eine Statuette des Architekten Imhotep, so der Vorsitzende des Obersten Rates für Altertümer, Mustafa Wasiri. Der angeblich erste große Baumeister des antiken Reiches habe die Architektur der Antike revolutioniert, sagte Wasiri bei der Vorstellung der Erkenntnisse.
Saqqara ist eine wichtige Nekropole am Südufer des Nils. Zu der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Totenstadt gehört auch die um 2700 v. Chr. erbaute Stufenpyramide des Pharaos Djoser. Die älteste Pyramide in Ägypten wurde wahrscheinlich von Imhotep gebaut. Sein Grab zu finden, sei eines der Hauptziele der archäologischen Mission in Saqqara, sagte Wasiri.
In einem der 250 Sarkophage entdeckten Archäologen neben Mumien eine intakte, versiegelte Papyrusrolle, berichtete Wasiri. Es wurde zur Restaurierung und Analyse in das Labor des Ägyptischen Museums von Kairo gebracht. Ihm zufolge enthält die auf neun Meter geschätzte Schriftrolle wahrscheinlich ein Kapitel aus dem Totenbuch, einer Sammlung von Zaubersprüchen und Zaubersprüchen, die die Toten durch die Unterwelt führen sollen.
Ich habe immer noch nicht alles gefunden
Die Sarkophage sollen nach Angaben des Leiters des Antikenrates in das Große Ägyptische Museum verlegt werden, das die Behörden nach wiederholten Verzögerungen in diesem Jahr in der Nähe der Pyramiden von Gizeh eröffnen wollen. Es bestehen große Hoffnungen, dass das monumentale neue Museum zusammen mit den archäologischen Entdeckungen der letzten Jahre dazu beitragen wird, die für Ägyptens Existenz lebenswichtige Tourismusindustrie wiederzubeleben.
In den letzten Jahren wurden im ganzen Land antike Funde gemacht, die ein neues Verständnis der Dynastien vermitteln, die das alte Ägypten beherrschten. Im Februar 2021 fanden Archäologen 16 menschliche Grabkammern an der Stelle eines antiken Tempels am Rande der nördlichen Stadt Alexandria. Zwei der Mumien hatten goldene Zungen, von denen Experten glauben, dass sie es ihnen ermöglichen sollten, „im Jenseits zu sprechen“.
Im selben Monat wurde in der südlichen Stadt Sohag eine große, 5.000 Jahre alte Brauerei entdeckt, die als die älteste der Welt gilt. Bier, so die Hypothese der Forscher, wurde bei Bestattungsriten der ersten Könige Ägyptens verwendet. Im April letzten Jahres gaben Archäologen bekannt, dass sie in der südlichen Stadt Luxor eine 3.000 Jahre alte „verlorene goldene Stadt“ entdeckt hatten. Der Fund könnte der größte seit dem Grab des jungen Königs Tutanchamun sein.