Kino
Die Grazer Regisseurin Marie Kreutzer beleuchtet den Mythos um Kaiserin Elisabeth aus moderner feministischer Perspektive. Die vom ORF mitfinanzierte Filmbiographie „Corsage“ kommt am Donnerstag in die Kinos der Steiermark.
07.06.2022 17.15
Ab heute, 17:15 Uhr online
Unzählige Filme erzählen das Leben der österreichischen Ikone: Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn – kurz „Sisi“. In den 1950er Jahren verhalf er Romy Schneider zum internationalen Aufstieg. Die Grazer Regisseurin Marie Kreutzer beleuchtet den Sisi-Mythos nun aus einer modernen feministischen Perspektive.
Sisis Leben im goldenen Käfig
Er hatte kein Interesse an Politik. Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn sollte schön aussehen, und das tat sie bis zu ihrem vierzigsten Geburtstag. Regisseurin Marie Kreutzer: „Ich glaube, ich war noch nie so glücklich mit dieser Rolle, dafür spricht einiges. Und in diesem Alter hat sie begonnen, ihre Grenzen immer mehr auszuloten und sich aus diesem goldenen Käfig in der Weite zu befreien.“ könnte “.
ALAMODE-FILM
“Frauen müssen sich freuen, geliebt zu werden”
Doch nicht nur ihr Mann – Kaiser Franz Josef, gespielt von Florian Teichtmeister – hielt Sisi mit ihren Vierzig Jahren für eine „alte“ Frau. Doch was bleibt, wenn die äußere Erscheinung zusammenbricht? Kreutzer: „Warum habe ich die Anerkennung, warum lieben sie mich und das hat lange funktioniert. Und darum geht es mir auch in dem Film, dass Frauen auch heute noch so sozialisiert sind, dass wir uns freuen müssen, geliebt zu werden.“
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Die in Graz geborene Filmemacherin Marie Kreutzer zeichnet einfühlsam das Bild einer starken und zerbrechlichen Kaiserin aus der Perspektive einer modernen Frau. Die Luxemburgerin Vicky Krieps wurde für ihre Darstellung der Sisi in Cannes ausgezeichnet. Sie überzeugt als Gattin, Mutter und Gattin des Herrschers, dass sie auf der Suche nach Sinn und Sinnlichkeit mit der Trennung droht. Das heißt, auf den Papierkorsetts, die ihm angelegt wurden. Corsage ist ab Donnerstag in den örtlichen Kinos erhältlich.