Streit zwischen den Grünen über Atomkraft und Kohlekraft

Robert Habeck hat ein großes Problem. Er ist Wirtschaftsminister, und wer auch immer das ist, muss verhindern, dass in Deutschland die Lichter ausgehen und die Heizkörper kalt werden. Aber er ist auch Mitglied der Grünen, einer Partei, die gegründet wurde, um Atomkraftwerke zu vermeiden und Kohlekraftwerke zu schließen. Habeck kann also Licht und Heizung nicht mit Atomkraft oder Kohle betreiben, dann wäre die Wirtschaft glücklich, aber die Grünen würden einen Sonderparteitag einberufen und Robert fragen, auf welcher Seite er wirklich steht. Habeck weiß nicht, ob er den Strom woanders bekommen kann, Russlands Gas ist knapp und es gibt zu wenig Windkraft. Er hat also nicht nur ein Problem, er muss einen Mittelweg finden, der allen ein wenig wehtut, aber nicht so sehr, dass der Schmerz unerträglich wird. Er muss testen, wer wem widerstehen kann.

Justus Bender

Politikredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Habeck will, dass im Notfall Kohlekraftwerke für Strom sorgen, auch solche, die wegen des Kohleausstiegs eigentlich ausfallen sollten. „Um ehrlich zu sein, bedeutet das für eine Übergangszeit mehr Kohlekraftwerke“, sagt er. Das ist eine Zumutung für alle Klimaschützer. Aber Habeck verärgerte auch Atomkraftgegner. Konkret hat sie geprüft, ob Kernkraftwerke länger laufen müssen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Das Ergebnis sollte in ein paar Wochen vorliegen, was jedem Zeit gibt, sich an die Idee zu gewöhnen oder sich sehr zu ärgern.

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