Zusätzlich zu den beiden bereits gestarteten Anti-Abtreibungs-Initiativen kann eine „Herzschlag-Initiative“ ins Leben gerufen werden.
Teilnehmer, darunter Nationalräte, zeigen am 2. Juni 2022 in Bern die symbolische rote Karte einer Kampagne zur Streichung des Schwangerschaftsabbruchs aus dem Strafgesetzbuch. – Schlüsselschlüssel
Ankündigungen
das Wesentliche zusammengefasst
- Die Schweiz regelt seit 20 Jahren Fristen.
- Linke wollen nun die Abtreibung komplett aus dem Strafgesetzbuch streichen.
- Abtreibungsgegner drohen mit einer Volksinitiative nach texanischem Vorbild.
Heute vor 20 Jahren hat das Schweizer Stimmvolk den Fristen zugestimmt. Schwangere können damit bis zur zwölften Schwangerschaftswoche einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Danach benötigen Sie eine Bestätigung eines Arztes, dass medizinische Gründe vorliegen.
Was halten Sie von den in der Schweiz geltenden Abtreibungsfristen?
16%
Das Gesetz soll verschärft werden.
2
Das Gesetz soll verschärft werden.
32%
Abtreibung sollte aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden.
3
Abtreibung sollte aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden.
Manche nehmen das Jubiläum zum Anlass, die Streichung des Schwangerschaftsabbruchs aus dem Strafgesetzbuch zu fordern. Das liegt nicht nur am Widerstand der Abtreibungsgegner. Stattdessen erwägen sie, eine Initiative nach texanischem Vorbild zu starten, die Abtreibung de facto unmöglich machen würde.
„Abtreibung ist ein Gesundheitsproblem“
Die Präsidentin der Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz, Grünen-Nationalrätin Léonore Porchet, will eine parlamentarische Initiative einreichen. Ziel sollte es sein, zu verhindern, dass Abtreibungen strafrechtlich verfolgt werden. “Wir fordern die Schweiz auf, Abtreibung primär als Gesundheitsproblem zu betrachten. In einer modernen Gesellschaft passt sie nicht mehr ins Strafgesetzbuch”, sagte er.
Nationalrätin Léonore Porchet (Grüne), Präsidentin der Schweizerischen Stiftung für sexuelle Gesundheit. – Schlüsselschlüssel
Porchet kann auf die Unterstützung der Linken und des feministischen Lagers zählen. Hinter der Forderung stehen Juso, SP-Frauen, aber auch Amnesty Schweiz, die FMH und der Pflegeverband SBK. Es ist ein Kampf gegen ständige Hindernisse und Stigmatisierung. Doch die Forderung nach Lockerungen der Abtreibungsregelungen ruft nur zum Handeln der Abtreibungsgegner auf.
Abtreibungsgegner sehen die Menschenwürde in Gefahr
Nicht nur die Abtreibung als Gesundheitsproblem würde Schwangere für potentiell krank erklären, schreiben die Initiatoren der “Viable Baby Saving Initiative”. Vielmehr würden die Menschenwürde und das Lebensrecht des ungeborenen Kindes an der Wand bleiben.
Die SVP-Nationalräte Yvette Estermann und Erich von Siebenthal. – Schlüsselschlüssel
Denn obwohl ein Baby bereits außerhalb des Mutterleibs lebensfähig wäre, könne es dennoch abgetrieben werden, schreibt das Komitee. Deshalb wollen die beiden Nationalräte der SVP, Yvette Estermann und Erich von Siebenthal, gegensteuern.
Beide haben nicht nur eine, sondern gleich zwei Volksinitiativen in petto. Neben der „Save Viable Babies Initiative“ gibt es auch die „Sleep About It Initiative“, die um einen Bedenktag bittet. Beide wollen ein Referendum gegen die Abschaffung des Schwangerschaftsabbruchs im Strafgesetzbuch abhalten. Und sie drohen mit einer viel strengeren Initiative, die ein De-facto-Abtreibungsverbot zur Folge hätte.
„Heartbeat Initiative“ nach texanischem Vorbild
In Anlehnung an die “Heartbeat Bill” im US-Bundesstaat Texas sprechen Estermann und von Siebenthal von einer “Heartbeat-Initiative”. Mit dem Slogan “ein schlagendes Herz sollte nicht gestoppt werden” wären Abtreibungen illegal, sobald der Herzschlag des Fötus zu hören ist. Dies ist ab der fünften oder sechsten Schwangerschaftswoche der Fall.
Eine schwangere Frau beim Ultraschall. – Schlüsselschlüssel
Aber auch in den Vereinigten Staaten selbst ist das texanische Recht höchst umstritten. Sechs Wochen nach der Empfängnis wissen viele Frauen noch nicht einmal, dass sie schwanger sind. Wenn bestätigt, wäre Abtreibung illegal.
Amnesty International Law Green Juso SP SVP Abtreibungsverbot